Kalter Wind, trockene Luft, rissige Hände. Herbst und Winter sind für unsere Haut die schlimmsten Jahreszeiten (abgesehen von sommerlichem Sonnenbrand). Trotzdem gilt auch in der kalten Jahreshälfte und bei rauen Händen: "Für die tägliche Hygiene ist das Händewaschen mit Seife wichtig, nicht nur nach dem Klogang und vor dem Essen, sondern regelmäßig über den Tag wie beispielsweise beim Heimkommen und auch vor und nach dem Rauchen", wie der Chemiker Harald Brugger von der Umweltberatung (www.umweltberatung.at) sagt. Bei Hautproblemen sollte man sich die Hände mit Pflegecreme (zertifizierte Natur- und Biokosmetik) einschmieren. Er rät im privaten Bereich zu festen Seifen, weil diese sanfter zur Haut sind. Sie brauchen nämlich keine Konservierungsstoffe, wie sie in Flüssigseife enthalten sind. Gleiches gilt übrigens auch für Waschmittel: Tabs und Pulver kommen ohne Konservierungsmittel aus und sind deshalb eher zu empfehlen.

Bei der Körperhygiene sollte jedenfalls nicht übertrieben zu Chemikalien gegriffen werden, rät Elisabeth Presterl, Professorin für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie an der MedUni Wien: "Unser Körper verträgt milde Seife gut, viele andere Produkte trocknen die Haut unnötig aus." Für die Spülung empfindlicher Schleimhäte empfiehlt sie Wasser. "Die meisten Spülungen helfen gegen krankheitserregende Bakterien sowieso nicht. Und die Mundhöhle spülen wir ja auch nicht mit Seife."

Eines stellt sie jedenfalls klar: "Sauberkeit und Reinlichkeit sind schon eine Grundlage unserer gut funktionierenden, gesunden Zivilisation." Wobei Sauberkeit im privaten Bereich bedeutet, dass "kein sichtbarer Schmutz vorhanden ist. Reinigung allein bringt schon eine Keimreduktion um 99,99 Prozent". Allein durch mechanisches Abspülen mit Wasser lasse sich schon viel entfernen. Presterl rät in diesem Zusammenhang davon ab, Wasser zu sparen und stattdessen mehr Chemikalien einzusetzen. "Die können nicht nur der zu reinigenden Oberfläche schaden, sondern natürlich auch der Haut, die mit Ekzemen antwortet. Denn was Fett entfernt, trocknet auch die Haut aus." Handschuhe – und zwar lange Stulpenhandschuhe, die auch den Unterarm bedecken – sind ein guter Schutz vor chemischen Reinigern. Generell gilt: Finger weg vor allem von Sprays, weil man deren Dämpfe sicher einatmet. "Damit wird leider oft ein bisschen sorglos umgegangen", meint Presterl. "Wie bei allem kommt es auch bei Putzmitteln auf die Dosierung an. Prinzipiell sollte man sich an die Vorgaben des Herstellers halten, was die verwendete Menge betrifft. Das halten wir im Krankenhaus genauso."