Oder aber auch nicht, denn die Kong-Berge sind bloß eine Erfindung – eine von vielen, die nur auf einer Karte, aber nicht in der Realität zu finden sind.

Der britische Dokumentarfilmer Edward Brooke-Hitching sammelt leidenschaftlich Werke über Forscher und Entdecker (als Sohn eines Antiquars ist er da vermutlich ein wenig vorbelastet). Und er bezeichnet sich selbst als "unverbesserlicher Kartenfreak". Das hat ihn auf eine Besonderheit gebracht, denn beim Studium historischer Landkarten fiel ihm auf, dass da mitunter Dinge eingezeichnet waren, die er auf modernen Karten auch mit genauer Überprüfung nicht finden konnte. Seine Neugier war geweckt, Brooke-Hitching begab sich auf Spurensuche und entdeckte viele weitere Beispiele dafür, dass die Fantasie (oder Geltungssucht) diverser Forscher und Entdecker oftmals heftig überbordete und Orte erfand, die noch nie jemand gesehen hatte und die auch nie jemand finden würde, denn sie existieren schlichtweg nicht. Die Karten zeigten eine Welt, wie sie Forscher, Seefahrer, Entdecker und Kartografen sehen wollten, nicht wie sie tatsächlich war, und doch gab es über die Jahrhunderte immer wieder Expeditionen, um diesen geografischen Phantomen nachzuspüren, sie zu finden und damit ihre Existenz zu bestätigen; doch oft kehrten die Abenteurer nicht nur krank und mittellos, sondern gar nicht mehr zurück.

Die Lust am Entdecken

Was trieb Menschen an, sich auf den – meist beschwerlichen und gefahrvollen – Weg zu machen, um Orte zu finden, die im besten Fall sagenhaft waren? Es waren vermutlich Legenden um große Schätze und Reichtümer, die dort zu finden wären, seltene oder gefährliche Kreaturen, deren Bezwingung und/oder detaillierte Beschreibung Ruhm und einen Eintrag in die Geschichtsbücher versprachen, oder vielleicht nur pure Abenteuerlust.

Aber viel interessanter ist die Frage, warum überhaupt falsche Karten gezeichnet wurden: Zu Anfang waren sie wahrscheinlich Aberglauben oder antiken Mythologien oder der kirchlichen Lehre geschuldet. Wo den Karten Beobachtungen zugrunde lagen, waren oft Sinnestäuschungen wie Luftspiegelungen oder Wetterphänomene für falsche Angaben verantwortlich. Aber auch unzulängliche Messgeräte, die etwa in der Seefahrt verwendet wurden, sorgten für die eine oder andere falsche Positionierung zum Beispiel einer Insel.