Es braucht eine kurze Eingewöhnungsphase, doch dann macht es richtig Spaß. Im ersten Moment allerdings hält man die Anleitung zu "Space Taxi", dem neuen Spiel aus dem Hause Piatnik, in der Hand und versteht zunächst einmal nur Bahnhof. Zehn Würfel gilt es in bis zu fünf Würfen so zu verwerten, dass am Ende bis zu sechs Aliens im Raumschiff Platz nehmen und für den Treibstoff eine gewisse Punktezahl (nicht zu niedrig und nicht zu hoch) erreicht ist. Der letzte Würfel für die geschmuggelten Diamanten ist da noch die leichteste Übung.

Aber man täte Spieleautor Christoph Behre Unrecht, würde man ihm das anlasten. Denn der Mann hat sich wirklich alle Mühe gegeben, und ein zweiter Blick in die Bedienungsanleitung zeigt, dass es eigentlich gar nicht so schwierig ist, wie es ausgesehen hat. Behre erklärt den Spielablauf nämlich eigentlich sehr anschaulich und gibt sogar Würfel-Beispiele. Und nach einer Proberunde zeigt sich: Da ist ihm echt ein guter Wurf gelungen. Die Vorgabe von 3 Spielern braucht man übrigens nicht so eng zu sehen, denn in Wahrheit könnte man "Space Taxi" sogar alleine spielen - je mehr Spieler dabei sind, desto länger ist halt die Wartezeit für die anderen; allerdings können sie mitfiebern, ob der Spieler, der gerade dran ist, ihre Punktezahl  überbieten wird. Und ob er überhaupt abheben kann, denn - und hier hat sich Behre etwas echt Fieses einfallen lassen - wenn man bei den Treibstoffpunkten daneben liegt, war alles andere für die Katz'. Und das kann recht schnell passieren, weil man nämlich durch die Vorgabe, wie viele Würfel man jeweils ablegen kann, ordentlich taktieren muss. Und die Kombination aus Gier und Würfelpech kann hier fatale Folgen haben.

Man braucht also nicht nur ein geschicktes Händchen beim Würfeln, sondern auch Köpfchen, und zwar auch zum Rechnen. Denn am Ende gilt es zu multiplizieren und zu addieren. Was wohl auch der Grund für die Altersangabe ab 8 Jahren ist. Freilich können sich Kleinere auch beim Rechnen helfen lassen. Und zumindest der "Wiener Zeitung"-Test hat gezeigt, dass mitunter unbedarfte kindliche Intuition die Nase viel weiter vorn haben kann als berechnendes erwachsenes Kalkül. Das Glück kann sich jedenfalls rasch wenden, und wer sich als Rundensieger glaubt, kann mit dem letzten Würfel noch auf die Nase fallen - oder umgekehrt. Spaß macht es jedenfalls. Auch, weil das Spiel optisch sehr ansprechend ist. Und die kompakte Schachtel kann man leicht überallhin mitnehmen. Achtung, Stift und Papier nicht vergessen für die Punktezählung!