Vier Spielfiguren, 32 Waldstücke und etliche Gegenstände und Münzen, die es zu sammeln, einzutauschen und einzusetzen gilt: Wer das neue Spiel "Roundforest" aus dem Hause Piatnik ausprobiert, hat schon beim Aufbau ordentlich zu tun. Ziel des Spieles ist, mittels Wanderung durch den Wald verschiedene Aufgaben zu lösen oder Dinge so zu tauschen, dass man am Ende mit drei goldenen Äpfeln dasteht, die man dem Waldgeist überreichen kann und dafür von ihm einen Smaragdring bekommt. Wer das als Erster schafft, hat gewonnen.

Soweit, so simpel. Weniger simpel ist der Spielablauf an sich. Denn in jeder Runde gilt es als Neues aufzupassen, dass man nichts vergisst (Waldstücke drehen, Plättchen nachlegen etc.), jeden Spielzug korrekt ausführt und vor allem nicht eine Option übersieht, die einem vielleicht mehr geholfen hätte. Vor allem gilt es, den Überblick über die diversen Arten von Plättchen zu behalten, die auf und neben dem - optisch durchaus ansprechenden - Spielfeld (man beachte die geprägten Münzen) verteilt und im Vorrat angelegt werden. Es ist sehr viel Kleinkram, der da auf einem knappen Quadratmeter herumliegt. Und es braucht auch einige Denkarbeit, bei jedem Zug nichts zu vergessen. Insofern ist das Mindestalter, das vom Hersteller mit 8 Jahren angegeben wird, zwar durchaus in Ordnung, so richtig viel Spielspaß haben aber wahrscheinlich eher Ältere.

Nach jedem Zug wird das Waldstück gedreht - außer man verhindert es. Der Brunnen (unterhalb der gelben Spielfigur) dient zum Tauschen. - © Piatnik
Nach jedem Zug wird das Waldstück gedreht - außer man verhindert es. Der Brunnen (unterhalb der gelben Spielfigur) dient zum Tauschen. - © Piatnik

Der Spielablauf selbst ist durchaus interessant: Man braucht ein gutes Einschätzungsvermöge von Chancen und Risiken, sowohl was das Bewegen durch den sich ständig verändernden Wald betrifft, als auch beim Sammeln und Tauschen der Gegenstandsplättchen und Münzen sowie der Erfüllung von Aufgaben, die verschiedene Waldbewohner einem stellen. Wer ihnen gibt, was sie verlangen, wird mit einem goldenen Apfel belohnt. Die Alternative ist, mithilfe von vier Brunnen genügend Münzen zu sammeln, um sich Äpfel zu kaufen. Es braucht ein paar Runden, bis man das Spielprinzip intus hat, und noch ein paar mehr, bis man auch ein Gefühl für die Feinheiten von "Roundforest" entwickelt. Denn mancher Kniff wird zwar in der Anleitung beschrieben, aber leicht übersehen oder vergessen, wenn es dann an der Zeit dafür wäre. Eine gute Stunde muss man für eine Partie jedenfalls einplanen.

Einen knappen Quadratmeter Platz benötigt man für das optisch durchaus ansprechende Spielfeld. - © WZ
Einen knappen Quadratmeter Platz benötigt man für das optisch durchaus ansprechende Spielfeld. - © WZ