Kinder lieben Rätsel. Kinder lieben Tiere. Und Kinder wollen Dinge angreifen. Alle drei Dinge weiß man bei Piatnik, und die Spieleautoren des Wiener Verlags haben sich deshalb zwei wirklich schlaue Spiele einfallen lassen, die alle drei Wünsche erfüllen: "Logik Town" und "Logi Cross" bestehen nämlich beide jeweils aus einem Spielplan (oder zumindest einer Art Spielplan) und kleinen Figuren, die es je nach Lösung hierhin und dorthin zu stellen gilt. Und das Schöne dabei: Wenn man das Rätsel gelöst hat, sieht man nichts davon, kann es also jederzeit noch einmal von vorne beginnen. Die Chance, dass sich das Kind die Lösung gemerkt hat, ist nämlich angesichts von 60 beziehungsweise 70 Aufgabenstellungen nicht unbedingt groß, vor allem, je weiter nach hinten man im Spieleblock blättert (die Logicals werden mit aufsteigender Nummer schwieriger) - bloß ganz nach hinten blättern sollte man nur, wenn es wirklich nicht mehr geht: Da finden sich nämlich die Auflösungen.

In "Logi Cross" müssen alle 16 Tiere in der richtigen Reihenfolge den Fluss überqueren. - © Piatnik
In "Logi Cross" müssen alle 16 Tiere in der richtigen Reihenfolge den Fluss überqueren. - © Piatnik

Bei den 60 Varianten von "Logi Cross" lautet jeweils die Aufgabenstellung: Bringe 16 verschiedene Tiere sicher über den Fluss, nämlich Hund, Hahn, Kuh und Schaf jeweils in Blau, Weiß, Rot und Orange. Die Vorgabe ist denkbar simpel: Es dürfen immer Tiere derselben Art oder derselben Farbe einander über den Fluss folgen. Na, klingt ja gar nicht so schwierig. Allerdings verrät der Spielplan nicht, welches Tier beginnt. Und da liegt der erste Hund begraben. Da muss mitunter selbst der Erwachsene grübeln. Und ja, Schreiber dieser Zeilen hat sogar bei Spiel 1 (also der leichtesten Stufe) zwei Anläufe gebraucht - weil er nämlich erst zu kompliziert gedacht hat.

Es hat also seine Tücken - und beschäftigt den Nachwuchs sicher länger als die veranschlagten 20 Minuten, wenn er wirklich alle 60 Aufgaben nacheinander lösen will. Wobei freilich die Erfahrung lehrt, dass vor allem Jüngere mitunter eine geringere Frustationstoleranz haben und man deshalb vielleicht ganz froh sein sollte, dass die Figuren aus Holz und der Spielplan aus festem Karton sind - da nehmen sie weniger Schaden, wenn sie vor Zorn über einen weiteren misslungenen Spielzug wütend durchs Zimmer gepfeffert werden. Andererseits ist gerade dieser Spielaufbau auch beim Lösen ein großer Vorteil: Neben dem haptischen Eindruck, der nicht zu vernachlässigen ist, tut man sich auch leicht mit Korrekturen, indem man einfach ein paar Figuren wieder zurück auf ihre Ausgangsposition stellt und davor anders abbiegt.

70 Variationen gibt es bei "Logik Town", wer wo mit wem zusammenwohnt, - © Piatnik
70 Variationen gibt es bei "Logik Town", wer wo mit wem zusammenwohnt, - © Piatnik

Gleiches gilt auch für "Logik Town", wobei hier die Haustiere und ihre Halter frei vor drei bis fünf Häusern stehen und entsprechend den Hinweisen im Spielblock dann sukzessive aufgeteilt werden: A ist Nachbar von B, C wohnt mit D im selben Haus, E wohnt rechts von F, aber nicht mit G zusammen . . . Was dem Großen sein Logical in der Wochenendbeilage der Abo-Zeitung ist, das ist nun den Kleinen sein Piatnik-Spiel. Wobei: Gedacht ist es zwar ab fünf Jahren, aber auch Erwachsene dürfen gerne mitraten.

Mit beiden Spielen kann man sich jedenfalls sehr gut alleine beschäftigen - was in Zeiten wie diesen in den bevorstehenden Weihnachtsferien mit eingeschränkten Kontakten sicher kein Fehler ist. Somit kann man sie getrost unter den Christbaum legen - spätestens am Stefanitag wird sich der Nachwuchs dann zum Rätseln zurückziehen.