Nacheinander decken die Spieler ihre Karten auf und müssen die richtige Farbe sagen: Entweder die des Tieres oder jene dessen Hutes, falls die Tierfarbe gesperrt ist. Oder sie schnalzen mit der Zunge, wenn die Hutfarbe auch gesperrt ist. So einfach sind die Regeln von "Plapparagei", dem neuen Kartenspiel aus dem Verlag Drei Magier in der Theorie. In der Praxis ist es deutlich schwieriger, schnell das richtige Wort zu finden, ohne zu stottern, herumzu-äh-en oder sich ganz zu verplappern. Deshalb hier die Vorwarnung: Es steckt sehr viel Frustrationspotenzial in diesem kleinen, handlichen Kartenspiel, das in jede Handtasche passt.

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Und es stellt sich die Frage, für den "Plapparagei" eigentlich gemacht ist: Für Schulkinder, die in der Regel diesbezüglich eine bessere Auffassungsgabe haben als ihre Eltern? Oder doch für erwachsene Runden, die - wenn es irgendwann einmal doch wieder möglich sein sollte - daraus womöglich ein Trinkspiel machen könnten (Kinder, weghören!).

So oder so kann man sagen: Spieleautorin Lena Burkhardt hat das Kunststück geschafft, mit vergleichsweise wenigen Mitteln einen hohen Unterhaltungsfaktor zu generieren - sofern man es nicht mit Mitspielern zu tun hat, die zu heulen beginnen, weil sie sich schon wieder verplappert haben und deshalb erneut alle ausliegenden Karten in ihren Stapel aufnehmen müssen (die Altersgrenze von 8 Jahren kommt wohl nicht von ungefähr und dürfte weniger mit dem Benennen der Farben als mit dem Umgehen mit den Konsequenzen zu tun haben). Aber dazu sei angemerkt: Wer einen Fehler macht, ist bei diesem Spiel zu 100 Prozent selbst schuld. Gemeine Winkelzüge oder Tricks sind hier nämlich nicht möglich. Das macht "Plapparagei" zwar nicht einfacher, aber man kann es zumindest als absolut faires Spiel bezeichnen.