Wozu denn in die Ferne schweifen, liegt das gute Spiel so nah? Wer sich nach fremden Ländern sehnt, aber in Zeiten von Corona lieber auch den heurigen Auslandsurlaub ausfallen lässt, kann zumindest am Wohnzimmertisch vom Reisen träumen - und dazu einen Spieleklassiker aus dem Hause Ravensburger zur Hand nehmen. "Weltreise", erschienen 1981, ist nämlich zum 40er nun als Neuauflage wieder erhältlich.

Das Spielprinzip ist rasch erklärt: Jeder Spieler zieht unter den Hauptstädten dieser Welt (Russland, die USA, Australien und Kanada bieten noch ein paar mehr Städte) neun Stationen rund um den Globus, die er abklappern muss, wobei es auch freie Reiseziele gibt, die man ebenfalls ansteuern kann, um noch mehr Punkte zu sammeln. Dabei wird via Würfel gezogen oder geflogen - das Flugticket kann man sich erwürfeln oder in Sonderstädten ergattern. Und es gibt auch Aktionskarten, mit denen man jemanden besuchen, zu sich holen oder Städtekarten tauschen kann. Rausschmeißen gibt es nicht, aber die eine oder andere Reiseroute kann kurz vor dem Ziel schon einmal empfindlich gestört und (im wahrsten Sinn des Wortes) ans andere Ende der Welt umgeleitet werden.

Endlich kann man auch über die Datumsgrenze fliegen

Apropos Ende der Welt: Neben ein paar optischen Behübschungen haben die Spielmacher von Ravensburger einen alten Kardinalfehler des Originals bereinigt: Damals, im Jahr 1981, als noch der Eiserne Vorhang Ost und West trennte, konnte man diesen zwar problemlos überspringen (er war ja nicht einmal eingezeichnet) - dafür war ein Flug von Australien nach Südamerika oder von Ostasien in die USA nicht vorgesehen. Weil nämlich die zweidimensionale Landkarte an den Rändern zu Ende war (findige Spieler haben den Spielplan dann selbst mit Filzstift entsprechend korrigiert). In der Neuauflage gibt es nun zwei Flugrouten, die über die Datumsgrenze führen. Damit gibt es an der neuen "Weltreise" überhaupt nichts auszusetzen. Und dass der Spielspaß groß ist, hat man ja schon vor 40 Jahren bewiesen.