Es wirkt eigentlich ganz einfach - und ist dann doch ganz schön knifflig. Die Rede ist von "ColleXion" aus dem Spieleverlag Schmidt. Worum es geht? Nun, man sammelt bloß Polygone (Vielecke) in vier verschiedenen Farben ein. Hat man entweder vier gleichfarbige mit unterschiedlichen Formen oder vier gleicheckige in den vier verschiedenen Farben, kann man sie ablegen und damit Punkte machen. Und genau da sind wir schon bei des Pudels Kern und der Frage: Welches Polygon fische ich mir jetzt am besten raus?

Denn natürlich gibt es ein paar (simple) Regeln zu beachten: Gefischt werden dürfen jeweils höchstens vier Stück pro Runde, und das jeweils nächste muss entweder dieselbe Farbe oder dieselbe Form wie das vorherige haben. Ein bisschen erinnert das Ganze an "UNO", nur dass man hier eben wesentlich weiter vorausdenken muss. Denn die zweite wichtige Regel lautet, dass man nur jene Polygone angreifen darf, die im Haufen obenauf liegen und von keinem anderen verdeckt werden. Da entscheidet schon der erste Griff pro Runde, ob man am Ende tatsächlich alles bekommt, was man so dringend braucht. Und am Ende hat der gewonnen, der einerseits die meisten Quartette beisammen hat und dem andererseits die wenigsten bunten Plättchen übrig bleiben.

- © Schmidt Spiele
© Schmidt Spiele

Dass dabei auch noch drei Aktionschips zum Einsatz kommen und die Punkte aufsteigend vergeben werden - es also eigentlich besser ist, erst einmal die anderen ihre Quartette zusammenstellen zu lassen und ein bisschen abzuwarten -, sei hier nur am Rande erwähnt. Es gibt auch noch zwei Spielvarianten (Teams und Profi), die für mehr Abwechslung sorgen. Wenn man sie denn braucht. Denn für die Altersgruppe ab 7 Jahren, die der Verlag vorgibt, ist die Standardvariante schwierig genug - wobei, vielleicht ist da das Spiel im Team schon wieder von Vorteil, vor allem wenn man Kinder dabei hat, die es nicht so mit Vorausdenken haben - und dann an die Decke gehen, wenn sich jemand anderer genau das Plättchen schnappt, das sie schon die ganze Zeit haben wollten. Ja, es steckt auch einiges an Frustations- und Eskalationspotenzial in "ColleXion".

Man darf aber davon ausgehen, dass regelmäßiges Spielen für mehr Punkte auf dem Spielbrett (wenn man es denn so nennen darf) sorgt. Denn nach und nach entwickelt man ein Gefühl dafür, welche Farben und Formen wie über- und untereinander liegen und wie man sie am besten erreicht. Und wer glaubt, das Ganze sei Kinderkram, dem sei gesagt: Mit "ColleXion" kann man auch eine erwachsene Runde ganz schön ins Schwitzen bringen.