Sieben "Spiele Hits" hat die Wiener Spiele Akademie ausgezeichnet. 
- © Wiener Spiele Akademie

Sieben "Spiele Hits" hat die Wiener Spiele Akademie ausgezeichnet.

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Wissen Sie, was ein Goblin ist? Nein? Dann sollten Sie schleunigst den Spielwarenhändler Ihres Vertrauens aufsuchen und ihn um ein Exemplar des "Spiels der Spiele 2021" bitten. Zu diesem hat nämlich die Wiener Spiele Akademie "Flyin’ Goblin" gekürt. Und zwar, weil es "ein höchst einladender, skurril-witziger Action-, aber auch Taktik-Spaß ist, der Geschicklichkeit und Strategie-Elemente clever kombiniert", wie es der Jury-Vorsitzende Thomas Bareder am Donnerstag in einer Aussendung formuliert hat. Neben dem Hauptpreis hat die Wiener Spiele Akademie sechs weitere Neuheiten als "Spiele Hits" ausgezeichnet.

Kategorie Spiel der Spiele: "Flyin’ Goblin" – Taktik und Geschicklichkeit

- © Wiener Spiele Akademie / Iello / Hutter Trade
© Wiener Spiele Akademie / Iello / Hutter Trade

Also, um Klarheit zu schaffen: Ein Goblin ist eine Art Ork, vielleicht auch mit den Kobolden verwandt, jedenfalls bösartig. Und in "Flyin’ Goblin" schicken die Spieleautoren Corentin Lebrat und Théo Rivière zwei bis vier Spieler auf Eroberungszug. Sie müssen die Soldaten ihrer Goblin-Armeen möglichst exakt in eine Burg voller Schätze katapultieren, um Goldmünzen zu erobern, mit denen die eigene Armee verbessert und Stufen seines Totems erworben werden können. Nach jeder Runde wird abgerechnet. Gewonnen hat, wer vier unzerstörte Totemstufen auf dem Dach liegen hat oder die vorgegebene Anzahl sammeln konnte. Gibt es keinen Sieger, können die Spieler reihum Figuren von der Armeetafel kaufen.

Iello / Hutter Trade; 2 bis 4 Spieler; ab 8 Jahren; ca. 30 Minuten

Kategorie Kartenspiele: "Jinx" – Ziehen, verlieren, zusammenzählen

- © Wiener Spiele Akademie / Piatnik
© Wiener Spiele Akademie / Piatnik

Im Videospiel "League of Legends" gibt es eine manische, schießwütige Kriminelle namens Jinx, die für Chaos sorgt, ohne sich um die Konsequenzen zu scheren. Ob Klaus Altenburger, dem Autor des nun prämierten Kartenspiels "Jinx", dieser Charakter bekannt war? Wer "Jinx" spielt, sollte sich jedenfalls sehr wohl Gedanken über die Konsequenzen seines Tuns machen. Es gilt nämlich beim reihum Würfeln zu entscheiden, ob man aus den 16 ausgelegten Karten eine mit dem gewürfelten Wert nimmt oder doch noch einmal würfelt. Es wird so lange gewürfelt und gezogen, bis einer nicht mehr kann. Dann geben alle Spiele jene Karten – auch die aus vorigen Runden – zurück, deren Farbe noch in der Mitte liegt. Wer die Runde beendet hat, gibt zusätzlich seine höchste Karte ab. Am Ende der Runde kann man auch eine Glückskarte kaufen, indem man eine weitere Karte abgibt, um sie in der nächsten Runde beim Würfeln einzusetzen. Wer nach drei Runden die meisten Punkte in seinen gesammelten Zahlenkarten hat, gewinnt.

Piatnik; 2 bis 4 Spieler; ab 6 Jahren; ca. 15 Minuten

Kategorie Kinder: "Fabelwelten" – Tiere erzählen eine Geschichte

- © Wiener Spiele Akademie / Lifestyle Boardgames / Asmodee
© Wiener Spiele Akademie / Lifestyle Boardgames / Asmodee

Wilfrid und Marie Fort haben mit "Fabelwelten" ein simples, aber sehr unterhaltsames Spiel entwickelt. Darin gilt es, Tiere passend für eine Geschichte zu wählen, die nach und nach erzählt wird. Jeder Spieler hat fünf Tierkarten und wählt daraus verdeckt eine aus, die jeweils am besten zur Geschichte passt. Dann werden die Tiere verdeckt gemischt und offen an die Symbolleiste gelegt. Alle stimmen mit ihren Markern über das passendste Tier ab (das eigene gilt nicht) und bekommen dabei einen Punkt pro Marker auf dem eigenen Tier. Punkte bekommen aber nicht nur die Siegertiere, sondern auch jene, die für sie gestimmt haben. Alternativ gibt es auch eine kooperative Variante sowie verzweigte Geschichten für mehr Abwechslung.

Lifestyle Boardgames / Asmodee; 2 bis 6 Spieler; ab 5 Jahren; ca. 20 Minuten

Kategorie Familie: "Rolling Dice" – Würfeln auf der Eisscholle

- © Wiener Spiele Akademie / Abacusspiele
© Wiener Spiele Akademie / Abacusspiele

Sogenannte Familienspiele zeichnen sich dadurch aus, dass alle – Eltern und Kinder – die gleichen Gewinnchancen haben. Bei "Rolling Dice", das gleich vier Autoren (Peter Wichmann, Albrecht Werstein, Karl-Heinz Schmiel und Klaus Zoch) entwickelt haben, wird auf Eisschollen gewürfelt. Das Fiese ist, dass man dabei auch die Positionen von Würfeln anderer Spieler verändert. Rechnen sollte man jedenfalls können, weil nämlich nach jeder Runde für alle Würfel in gültigen Positionen die Punkte gezählt werden – Augenzahl plus Wert aller dahinter liegenden Würfel, Würfel auf Eisblöcken und eventuell Bonuspunkte des Fischnetzes minus Eisloch. Liest sich jetzt vielleicht etwas kompliziert, ist es aber nach ein paar Spielrunden gar nicht mehr.

Abacusspiele; 2 bis 6 Spieler; ab 8 Jahren; ca. 30 Minuten

Kategorie Expertenspiele: "2491 Planetship" – Legespiel mit Raumschiffen

- © Wiener Spiele Akademie / Mebo Games
© Wiener Spiele Akademie / Mebo Games

Komplexe Regeln, hohe Einstiegsschwellen, dementsprechend viel Herausforderung – nicht umsonst heißen die sogenannte Expertenspiele so. Hier trennt sich oft schon beim Lesen und Verstehen der Anleitung die Spreu vom Weizen. Wer das Spiel dann aber durchschaut, hat umso mehr Spielspaß. Es hat jedenfalls seinen Grund, dass "2491 Planetship" (Autor: Antonio Sousa Lara) ab 14 Jahren empfohlen wird. Worum es geht? Die Menschheit hat die natürlichen Ressourcen der Erde aufgebraucht und durchquert nun mit sogenannten Weltenschiffen die Galaxien, auf der Suche nach Rohstoffen. Dabei gerät das Mutterschiff in Not und wird von den anderen Raumschiffen geplündert. Es gilt, aus dem Wrack wertvolle DNA (Charaktere mit nützlichen Eigenschaften) zu erbeuten. In jeder der vier Runden dockt man vier von sechs Raumschiffen beziehungsweise Charakteren durch Anlegen der Karte an einem der Sektoren an. Für die Sektorwertung nutzt man Eigenschaften seiner Charaktere im Sektor, die Mehrheit an Charakterstärke in diesem liefert den Sektorencharakter als Belohnung, den man ins sechsköpfige Team eingliedert oder abwirft. Am Ende wertet man Karten im eigenen Abwurfstapel, Charaktere auf der Hand und erfüllte Missionen. Und ja, das Ganze ist so komplex, wie es klingt. Ein Expertenspiel halt.

Mebo Games; 2 bis 5 Spieler; ab 14 Jahren; 45 bis 90 Minuten

Kategorie Freunde: "MicroMacro Crime City" – Wimmelbild für Große

- © Wiener Spiele Akademie / Edition Spielwiese / Pegasus
© Wiener Spiele Akademie / Edition Spielwiese / Pegasus

Eher schon für Jugendliche ist "Micro Macro Crime City" (Autoren: Johannes Sich, Daniel Goll und Tobias Jochinke) geeignet. Denn diese Stadt wird ihrem Namen mehr als gerecht. Verbrechen aller Orten gilt aufzuklären. Indizien und Verdächtige liefert der Stadtplan, der sich bei näherer Betrachtung als Wimmelbild entpuppt. 16 Fälle, die aus je einem Stapel Fallkarten bestehen, lassen sich mithilfe der Szenen auf dem Spielplan lösen. Ist die richtige Szene gefunden, überprüft der jeweilige Kommissar die Lösung, der Fall wird zu den Akten gelegt, und die nächsten Ermittlungen beginnen. Je nach Fähigkeit der Ermittler ist ein Fall nach einer Viertelstunde gelöst, manchmal dauert es aber auch erheblich länger.

Edition Spielwiese / Pegasus; 1 bis 4 Spieler; ab 10 Jahren; 15 bis 45 Minuten

Kategorie Trendspiele: "Break In Area 51" – Flucht auf den Heimatplaneten

- © Wiener Spiele Akademie / Schmidt Spiele
© Wiener Spiele Akademie / Schmidt Spiele

Ein großer Trend bei Spielen ist seit einiger Zeit das Genre "Escape the Room". Was man im Großen in der Gruppe meist in einem Zimmer bei einem Anbieter erleben kann, gibt es auch immer öfter für daheim mit einem Spielbrett. Zum Beispiel zu jener berühmt-berüchtigten Sperrzone in der Wüste von Nevada, in der angeblich geheime Alienfunde gelagert sein sollen. In "Break In Area 51" (Autor: David Yakos) muss man in das Sperrgebiet einbrechen, um sein Schiff für die Flucht zurück auf den Heimatplaneten besteigen zu können. Die Spieler (man kann es auch alleine spielen) müssen dabei Rätsel und Aufgaben lösen, die Materialien dazu finden sich in der Matrjoschka-artig verschachtelten Spielbox, in die man so wie in die Area 51 immer tiefer vordringt. Aber immer nur das öffnen, was gerade dran ist! Man braucht dabei freilich Geduld, zwei Stunden Spielzeit sollte man schon einrechnen. Im Gegensatz zu vielen "Escape the Room"-Büchern kann man dieses Spiel natürlich mehrmals verwenden.

Schmidt Spiele; 1 bis 6 Spieler; ab 12 Jahren; ca. 2 Stunden