Zehn Blogger besuchen Österreich. Und je zwei von ihnen haben das selbe Ziel. Dieses muss zumindest einer von ihnen möglichst rasch erreichen. Und wer es als Erster geschafft hat, dass alle Ziele in seinen Karten abgeklappert wurden, hat gewonnen.

Klingt einfach? Nun ja. Arno Steinwender, der für Ravensburger das neue Sommerreisespiel "Ich fahr' voll ab auf Österreich" entwickelt hat, konnte es sich natürlich nicht verkneifen, ein paar Schwierigkeiten einzubauen. Abgesehen davon, dass man älteren Mitspielern erst einmal erklären muss, was überhaupt ein Blogger ist (nennen wir sie für die Oma einfach Touristen), sind ihre zehn Plättchen die meiste Zeit verdeckt, sodass es eine Art Blindflug ist. Der Spieleautor hat hier also eine Art Reisememory mit Würfeln geschaffen, dessen Spielanleitung man mindestens zweimal lesen muss, bis man wirklich versteht, wie es vonstatten geht.

Dann ist es gar nicht mehr so kompliziert - schwierig bleibt es trotzdem, weil nämlich die etwas willkürlich gesetzten Verbindungsrouten zwischen den Reisezielen teilweise so gemein gesetzt sind beziehungsweise nicht existieren, dass es eine ganz schöne Hin-und-her-Fahrerei ist, von A nach B zu kommen. Und glaubt man, es jetzt endlich geschafft zu haben und im nächsten Zug zum Beispiel den Blogger Alex oder die Bloggerin Emma an Reiseziel zu bringen, kann es durchaus sein, dass das Plättchen von einem anderen Spieler, der es ebenfalls wohinbringen will - nur halt ganz woanders - plötzlich ans andere Ende von Österreich gesetzt wird. Man kann einander also auch ordentlich reinpfuschen beim Wettreisen durch Österreich.

Natürlich gibt es auch einen gewissen Bildungsfaktor. Denn auf jeder der 64 Auftragskarten steht auch ein bisschen etwas zum jeweiligen Ausflugsziel. Einen kleinen Gag hat Steinwender bei Wien eingebaut: Da gibt es nämlich noch das separate Ausflugsziel Transdanubien - getreu dem Spruch: "Was Gott durch die Donau getrennt hat . . ." Und auch wenn sich manche Ausflugszielbeschreibungen eher wie eine Werbeeinschaltung des örtlichen Tourismusverbands lesen, so erfährt man doch auch allerlei Erhellendes. Oder haben Sie zum Beispiel gewusst, warum man zu österreichischen Gymnasiallehrern grundsätzlich "Professor" sagt, obwohl sie doch eigentlich gar keine sind? Was es mit den Pferdeköpfen über den Salzburger Dombögen auf sich hat? Oder dass die Wallfahrtsbasilika in Mariazell vier verschiedene Orgeln hat?