Flockige Ballereien, lustige Sprüche, eine unterhaltsame Erzählung und das Ganze garniert mit Hits aus den 80ern: Wer die "Guardians of the Galaxy" aus dem Kino kennt, geht mit der richtigen Erwartungshaltung an das gleichnamige Videospiel aus dem Hause Square Enix in Zusammenarbeit mit Eidos Montréal.

"Guardians of the Galaxy" ist ideal für Menschen, die nach dem Alltagsstress abschalten und einfach nur bespaßt werden wollen. Eine starke Geschichte führt durch ein durch und durch unterhaltsames, aber nicht nervenaufreibendes Spiel. Die Kämpfe werden Vielspieler und alte Hasen nicht an die Grenzen ihres Leistungsvermögens bringen. Sie sind aber erfreulich kurzweilig und trotzdem angenehm fordernd. Auch die Rätsel gehören mehr in die Kategorie "auch mit niedrigem IQ lösbar", sind aber trotzdem befriedigend. Dafür sorgt das leichte Gripskitzeln ohne Überbeanspruchung. So wie die fünf Superhelden, die in "Guardians of the Galaxy" ausziehen, um die Galaxie vor einer üblen Sekte zu retten, sind die einzelnen Komponenten des Spiels vor allem gemeinsam unschlagbar. Kämpfe, Rätsel und Fortschritte in der Erzählung wechseln einander gekonnt ab und halten so bis zum Schluss den Spannungsbogen.

Leicht spielbar, aber nicht anspruchslos

Die angenehme Leichtigkeit hat aber nichts mit Anspruchslosigkeit zu tun. Die Kämpfe fordern nicht nur wildes Knopfdrücken, sondern auch Übersicht über Schwächen der Gegner und Fähigkeiten der Verbündeten. Bei der Lösung der Rätsel wiederum gilt es, die Eigenschaften der einzelnen Superhelden geschickt einzusetzen: Der eine ist kräftig und kann schwere Objekte bewegen, die andere ist wiederum ein agiler Klettermax. Wer - entgegen dem Geschmack vieler Menschen - das Sammeln versteckter Objekte liebt, kann auch hier glücklich werden. In der Spielwelt liegen diverse Outfits herum, in die man die Helden kleiden kann.

Wer die Filme kennt, wird vor allem am Anfang den einen oder anderen Schauspieler vermissen. Chris Pratt gibt im Film perfekt den einfältigen, aber schlitzohrigen Möchtegern Peter Quill alias Starlord. Die Spielversion wirkt zu Beginn hingegen schon äußerlich primär dümmlich. Auch Zoe Saldana als grünhäutige Gamora ist eine etablierte Science-Fiction-Größe, die jedem Film zu Glanz verhilft. Nicht zuletzt dank des guten Drehbuchs ist das aber schnell vergessen. Jeder Schmäh, jede Situationskomik fühlt sich mindestens so gut an wie der Film und es dauert nicht lang, bis man die einzelnen Spielcharaktere lieb gewonnen hat.

Vor allem aber ist die Hintergrundgeschichte des Spiels eine völlig andere als bei den Filmen. Wer diese gesehen hat, sollte die Erinnerung daran aus seinem Hinterkopf löschen oder seinen Glauben an Paralleluniversen festigen. Dafür tauchen im Spiel Figuren aus den weniger breitenwirksamen Comics auf wie etwa der telepathische Hund Cosmo, der an die sowjetische Weltraumhündin Laika angelehnt ist.

Ein Soundtrack wie "Best of the 80s"

Der Soundtrack ist großartig, so man Musik aus den 1980er Jahren mag. Mit Titeln von Bobby McFerrins "Don’t Worry be Happy" bis zu Europes "Final Countdown" erhält man Lieder für jede Stimmungslage aus der Zeit von Vokuhila und Neonfarben.

"Guardians of the Galaxy" ist unterm Strich ein Wohlfühlspiel, das mit wirklich komischen Dialogen und unkomplizierter Unterhaltung punktet. Wem Weichgespültes allerdings verhasst ist, der wird hier nicht restlos glücklich werden. Etwas Besonderes ist dabei die Version für Nintendos Switch. Um den die Handkonsole übersteigenden Leistungsanspruch zu kompensieren, ist "Guardians of the Galaxy" für die Switch in der Cloud Version erhältlich, bei der das Spiel gestreamt wird.