Es geht tief hinunter in die Katakomben unter Burg Kara im gleichnamigen Spiel. Dabei bauen die zwei bis fünf Abenteurer im Spielverlauf Runde für Runde das Labyrinth, durch das sie sich bewegen, selbst auf, und zwar in Form von Plättchen, die aufgelegt werden. Somit sieht der Dungeon, in dem allerlei Gefahren lauern, in jeder Partie anders aus. Nur eines ist immer gleich: der gefährliche Drache, der irgendwo lauert. Wer den besiegt, beendet das Spiel - aber er gewinnt nicht zwangsläufig. Sieger ist nämlich derjenige, der insgesamt die meisten Schätze gesammelt hat. Portale beschleunigen dabei die Fortbewegung, Heilquellen helfen bei Verletzungen. Die entstehen im Kampf mit den verschiedenen Monstern, bei dem gewürfelt wird. Diverse Zauber geben zusätzliche Stärke, und wer ein Monster besiegt, kann einen Schlüssel erobern, der beim Heben eines Schatzes hilft.

- © Kosmos
© Kosmos

Es wird episch. Denn der Spieleverlag Kosmos gibt mit "Karak" gewissermaßen einen Vorgeschmack auf das große Comeback von "HeroQuest" im kommenden Jahr (allerdings bei Hasbro). Während das Neunzigerjahre Kultspiel sich an etwas Ältere richtet, können "Karak" auch schon Schulanfänger spielen. Das Regelwerk ist allerdings recht umfangreich, wobei die Spielzüge selbst nicht allzu schwierig zu verstehen sind. Die Anleitung gibt aber vor allem einen Überblick über die verschiedenen Monster und ihre Eigenschaften sowie über die sechs Heldenfiguren, aus denen die Spieler wählen können. Jede hat gewisse Fähigkeiten: Der Magier kann durch Wände gehen, der Krieger besonders fest zuschlagen, der Hexenmeister kann seine Position im Labyrinth mit jedem beliebigen anderen Helden tauschen, die Diebin schleicht sich bei Bedarf davon, während alle anderen Helden zum Kampf gezwungen sind, wenn sie einen Raum mit einem Monster betreten, die Seherin darf beim Ziehen immer zwischen zwei Plättchen wählen, und der Schwertkämpfer verfehlt nie sein Ziel.

Diese Besonderheiten sollte man stets im Hinterkopf haben, wenn man sich in die gefährlichen Katakomben von Karak begibt - ebenso die Eigenheiten der verschiedenen Monster, die dort lauern. Aber keine Sorge, zwecks besserem Verständnis gibt es am Ende der Spielanleitung nochmals eine kurze Übersicht. Und auch einen Vorschlag für ein alternatives Spielziel für all jene, die nach mehreren Partien der Meinung sind, dass sie im Dungeon schon alles gesehen haben, und neue Herausforderungen suchen.