Es gibt Spiele, die entstehen aus einem Herzensanliegen heraus. Weil jemandem etwas so gut gefällt, dass er es am liebsten mit der ganzen Welt teilen möchte. So ein Spiel ist "Cascadia", das nun im Verlag Kosmos erscheint. Denn das Original kommt aus Nordamerika und ist nach der gleichnamigen Region benannt, die im Nordwesten der USA beziehungsweise Südwesten Kanadas von der Küste des Pazifischen Ozeans bis zu den Rocky Mountains reicht und das Yukon-Territorium und das kanadische British Columbia sowie die US-Bundesstaaten Washington, Oregon und Idaho umfasst. Und die es den Machern von "Cascadia" angetan hat, weil man dort wunderbar wandern, Rad fahren oder paddeln kann inmitten einer wundervollen Naturlandschaft.

Dieses Ökosystem wollen sie nun den Spielern näherbringen, indem sie ihnen in "Cascadia" den Auftrag geben, fünf Tierarten - Grizzly, Königslachs, Rotfuchs, Rotschwanz-Bussard, Wapiti-Hirsch - in fünf verschiedenen Landschaften anzusiedeln: Feuchtgebiet, Fluss, Gebirge, Prärie und Wald stehen als Lebensräume zur Verfügung. Die jeweilige Wertungskarte gibt vor, wer sich wo am wohlsten fühlt. Pro Zug nimmt sich jeder Spieler je eines von vier Landschafts- und Tierplättchen und erweitert damit seine persönliche Wildnis. Wer das in 20 Runden am besten schafft, bekommt die meisten Punkte und gewinnt das Spiel.

Analoge Anleitung oder digitale Erklär-App

Schritt für Schritt gibt die detaillierte Anleitung vor, wie die Plättchen abzulegen sind, wann man welche Tierarten austauschen darf, worauf man sonst noch achten muss. Und das ist gar nicht so wenig, wenn man am Ende ordentlich Punkte machen will. Denn es gilt nicht bloß, irgendwelche Viecher in irgendeinem Lebensraum anzusiedeln, sondern möglichst zusammenhängende Naturlandschaften mit idealen Populationen zu schaffen.

Wer sich das Lesen der 16-seitigen Anleitung - die auch viel Wissenswertes über die reale Region Cascadia und ihre Bewohner enthält - ersparen will, kann auch zum Handy greifen und die Erklär-App von Kosmos herunterladen. Die führt den oder die Spieler (man kann "Cascadia" auch alleine absolvieren) dann Schritt für Schritt durchs erste Spiel. Ein Service, den Kosmos seit einiger Zeit für zahlreiche neue und auch alte Spiele anbietet.

Egal ob analog oder digital: Rasch zeigt sich, dass das Spiel im Grunde recht einfach ist. Was aber nicht bedeutet, dass man sich nicht trotzdem ganz schön verrennen kann und sich vielleicht nach der Runde in den Hintern beißt, weil man auf die falsche Tierart gesetzt hat. Wirklich böse Konkurrenzkämpfe zwischen den Wildhütern gibt es bei "Cascadia" nicht, eher wird friedlich nebeneinander her gebaut.

Mehrere verschiedene Schwierigkeitsstufen

"Cascadia" kann man übrigens in verschiedenen Schwierigkeitsstufen spielen: So gibt es eine einfache Wertung für Einsteiger, eine einfache Wertung für Fortgeschrittene und komplexere Wertungskarten für Profis. Und wer das Spiel mehrmals erfolgreich hinter sich gebracht hat, ist reif für eine Steigerung: Weiter hinten in der Anleitung gibt es nämlich Herausforderungen in Form von mehreren Dutzend verschiedenen Aufgabenstellungen, wie die Partie zu spielen beziehungsweise zu beenden ist. Und wer dann immer noch nicht genug hat, kann bei Kosmos noch weitere Wertungskarten als Erweiterung dazukaufen. Langweilig wird es also sicher nicht in diesem beschaulichen Naturparadies an der nordamerikanischen Westküste.