Mok-Bang-Videos

Bei diesem Video-Trend aus Südkorea geht es vor allem ums Essen. Der Begriff stammt aus den koreanischen Worten für "essen" (meokda) und "übertragen" (bangsong), die Personen filmen sich also selbst beim Essen von meist überdimensionierten Portionen. Oft werden die Videos als Live-Stream gestaltet, damit eine Interaktion mit dem Publikum möglich ist. Für das Aufnehmen und das Anschauen von Mok-Bang-Videos gibt es unterschiedliche Gründe. Die YouTube-Stars verdienen damit (teilweise sehr viel) Geld, ursprünglich wurde Mok-Bang auch als Mittel gegen Einsamkeit gesehen: Statt allein zu essen, holten sich einsame Südkoreaner die ganze Welt in die Küche. Für viele Zuschauende kann es eine Ersatzhandlung sein, anderen beim Essen riesiger Portionen ungesunden Essens zuzuschauen. Dazu kommen Überlegenheitsgefühle, Voyeurismus und – nicht zu vernachlässigen – der Trend ASMR. Unter "autonomer sensorischer Meridianreaktion" versteht man ein angenehmes Kribbeln auf der Haut, das durch Geräusche wie Schlürfen, Kauen oder Trommeln von Nägeln auf Gegenständen ausgelöst wird. All diese Elemente werden bei dem Internettrend Mok-Bang vereint, der allerdings nichts für Menschen mit Misophonie ist.

Roofing

Sportlicher geht es beim Roofing, auch Rooftopping genannt, zu. Dieser Internettrend, bei dem meist Jugendliche und junge Erwachsene ohne Sicherung auf hohe Gebäude, Bauwerke oder Kräne klettern, ist nicht nur gefährlich, sondern auch in den meisten Ländern illegal. Den Roofers geht es um Adrenalin, die Höhe und am Ende um ein Video oder ein Selfie von der Spitze. Um ans Ziel zu gelangen, wird auf hohem sportlichen Niveau geklettert und balanciert – das lockt auch Sponsoren wie bekannte Sportmarken an. Besonders beliebt ist das Roofing in Russland.

Hikaru Dorodango

Diese alte japanische Handwerkskunst ist bei uns noch nicht so bekannt wie Origami oder Kalligrafie. Dabei beginnt sie mit etwas sehr Simplem – nämlich Schmutz. Es werden kleine Kugeln aus Wasser und Schlamm geformt, wichtig ist dabei das richtige Verhältnis. Die Kugeln müssen anschließend trocknen, nach und nach kommen neue Schichten hinzu, die äußerste sollte möglichst makellos poliert sein. Am Ende entstehen echte Kunstwerke, die Billardkugeln ähneln und in manchen Fällen sogar in Galerien ausgestellt werden. Für ein perfektes Ergebnis ist jedoch viel Übung nötig.

ToyVoyaging

Schick dein Stofftier auf Reisen mit ToyVoyaging. 
- © Smci Ngam Cb / EyeEm / Getty

Schick dein Stofftier auf Reisen mit ToyVoyaging.

- © Smci Ngam Cb / EyeEm / Getty

So mancher kennt vielleicht noch den Film "Die fabelhafte Welt der Amélie" aus dem Jahr 2001. Dort kommt ein Gartenzwerg vor, der an verschiedenen Orten auf der ganzen Welt fotografiert wird. Davon inspiriert entwickelte ein Paar eine weltweite Community: ToyVoyaging, also reisendes Spielzeug. Spielzeuge werden in die Welt hinausgeschickt, bekommen eine ID-Nummer und werden von anderen ToyVoyagers "aufgenommen". So entstehen Fotos von Spielzeugen vor dem Eiffelturm, vor der Chinesischen Mauer oder der Golden Gate Bridge. Über 100 Nationalitäten sind in der Community vertreten, jeder kann sich registrieren und sein Spielzeug auf die Reise schicken.

Lockpicking

Das Schlösserknacken ist genau, wonach es sich anhört. Doch um kriminellen Ambitionen vorzubeugen, gilt als Regel Nummer 1 beim Lockpicking: Es werden nur Schlösser geknackt, die man selbst besitzt. Und Regel Nummer 2: Es werden keine Schlösser geknackt, die gerade in Verwendung sind. Ansonsten ist die Einstiegshürde niedrig: Lockpicking-Sets sind online erhältlich, enthalten sind dabei verschiedene Werkzeuge, aber manchmal auch durchsichtige Anfängerschlösser, um die Mechanismen zu erlernen. Meist gilt es beim Schlösserknacken, einen Schließzylinder zu überwinden. Wichtig ist, dass das Schloss dabei nicht beschädigt wird. Für Fans tut sich dabei ein Spannungsfeld zwischen der harmlosen Freude am Kniffeln und der zwielichtigen Natur des Lockpickings auf. Ausgeübt wird das leicht skurrile Hobby von Privatpersonen, YouTubern, aber auch in eigenen Vereinen und Foren. Praktisch auch, wenn man sich aus Versehen ausgesperrt hat.

News Raiding

Noch ein englischer Begriff, hinter dem sich ein weiteres kurioses Hobby verbirgt. Und zwar eines, das nichts für Kamerascheue ist. Beim News Raiding, was im Deutschen so viel wie "Nachrichtenangriff" bedeutet, versucht man, bei TV-Nachrichtenbeiträgen im Hintergrund aufzutauchen. News Raider fahren gezielt an Orte, an denen Beiträge aufgenommen werden, und platzieren sich hinter den Moderierenden. Ob nur für ein paar Sekunden oder für den ganzen Beitrag, hängt dabei vom eigenen Geschmack ab. Manche, wie der Brite Paul Yarrow, haben es so schon in über hundert Beiträge geschafft.

Mooing

Ja, richtig gelesen: Manche Leute betreiben Muhen als Sportart. Besonders in den USA erfreut sich Mooing großer Beliebtheit, es gibt eigene Wettbewerbe wie das Moo-la-palooza in Wisconsin. Die Regeln sind recht schnell erklärt: Teilnehmende stellen sich auf eine Bühne und versuchen, möglichst realistisch zu muhen. Es spielen aber auch Originalität, Humor und eine gewisse Bühnenpräsenz bei der Bewertung eine Rolle. Mitmachen können Personen zwischen 5 und 75 Jahren, beurteilt wird von einer Fachjury.

Hobby Horsing

Nein, beim Hobby Horsing braucht man kein richtiges Pferd. Vielmehr handelt es sich um einen Hindernisparcours, der dem Dressur- und Springreiten nachempfunden ist. Dieser wird allerdings zu Fuß und auf einem Steckenpferd absolviert. Einerseits geht es um Schnelligkeit und Fehlerfreiheit, andererseits werden die Eleganz der Bewegungen, die Choreografie und der Ausdruck bewertet. Die "Hobby Horses" werden meist selbst genäht und verziert. Die Sportart stammt aus Finnland und ist besonders bei Mädchen und jungen Frauen beliebt, auch in Österreich gibt es einen Verein. Der Höhenrekord beim Springen liegt bei 1,41 Metern.

Caving

Das Erkunden von Höhlen ist in den letzten Jahren – auch durch die Verbreitung von Caving-Videos auf YouTube – eine immer beliebtere (Extrem-)Sportart geworden. Sie ist nicht ohne Risiko: Immer wieder bleiben Menschen in Höhlen stecken oder verirren sich. Eine sorgfältige Vorbereitung (auch in sportlicher Hinsicht) und der Zusammenschluss mit anderen Cavern ist daher Grundvoraussetzung. Natürlich gibt es auch weniger gefährliche Höhlen, in denen man eher wandert und nicht Gefahr läuft, einen klaustrophobischen Alptraum zu erleben. Für viele ist es aber gerade dieser Nervenkitzel, der sie am Caving reizt.

Stone Skipping

Fast jeder hat schon einmal Steine auf dem Wasser springen lassen. Dass es dafür auch Meisterschaften gibt, ist für die meisten wohl eher unbekannt. Besonders beliebt ist die Sportart in Schottland. Der dort ausgetragene Wettbewerb, die World Stone Skimming Championships, gibt nur wenige Regeln vor: Anlauf ist verboten, der Stein muss mindestens zweimal aufkommen und der längste Wurf gewinnt. Der aktuelle Rekord liegt bei 189 Metern, die Sportart hat überall auf der Welt Sponsoren und Fans.

Atmen und Eisbaden nach Wim Hof

Eisbaden am Piumogna-Wasserfall.   
- © Samuel Golay / Keystone / picturedesk.com

Eisbaden am Piumogna-Wasserfall.  

- © Samuel Golay / Keystone / picturedesk.com

Menschen, die scheinbar unkontrolliert hyperventilieren und danach in einem tranceartigen Zustand verweilen, um dann womöglich noch mitten im Winter im See zu baden. Das klingt für die meisten wahrscheinlich befremdlich, ist aber eine mittlerweile bekannte Praktik. Der Niederländer Wim Hof, auch genannt "The Iceman", entwickelte eine Kombination aus Atemtraining und Kältetherapie, zu Beginn noch als Selbsttherapie nach dem Tod seiner Frau. Beim Atmen wird auf gezielte Hyperventilation gesetzt. Diese führt zu einem Adrenalinanstieg, erhöhtem Puls und erhöhtem Sauerstoffgehalt des Blutes. Dadurch sollen das Immunsystem gestärkt und Entzündungsreaktionen kontrolliert werden. Die Übungen basieren auf einer tibetanischen Meditationspraxis. Ziel ist es, durch die gezielten Atmungs- und Visualisierungstechniken Hitze zu erzeugen, um die Körpertemperatur zu erhöhen. Während beim Atmen der Einstieg auch für Neulinge mehr oder weniger einfach funktioniert, arbeitet man sich bei der Kälte von kaltem Duschen über kaltes Baden bis zum Eisbaden. Langfristig sollen durch die Wim-Hof-Methode schlechte Gedanken und Gefühle verschwinden. Die Technik kann mithilfe von Büchern, einer App, auf YouTube oder bei eigens stattfindenden Events erlernt werden.

Extrembügeln

Bügeln gehört für viele eher zu den unbeliebten Hausarbeiten. Manche betreiben es jedoch exzessiv, und zwar an den ungewöhnlichsten Orten: auf einem Berggipfel, am Meeresgrund, während des Kanufahrens. Im Prinzip geht es darum, eine sportliche Aktivität mit dem Bügeln zu verbinden. Erfunden wurde das Extrembügeln 1997 von dem Briten Phillip Shaw, der nach einem langen Arbeitstag kurzerhand Bügeleisen und -brett einpackte und damit einen Berg bestieg, um die lästige Bügelei im Freien zu erledigen. Ein wichtiger Faktor ist, dass man die Aktivität, in die man das Bügeln einbinden möchte, vorher schon gut beherrschen sollte. Bei Wettbewerben gibt es verschiedene Disziplinen wie Water Style (sportliche Aktivitäten im Wasser), Rocky Style (in den Bergen oder am Felsen) oder Air Style (beim Base-Jumping).