- © Schmidt Spiele
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Dass Wolfgang Warsch beruflich umgesattelt hat, ist sicher ein Verlust für die Krebsforschung, aber ein Gewinn für die heimischen Kinderzimmer. Der 42-jährige Oberösterreicher hat nämlich Mikrobiologie und Genetik studiert und auch in diesem Bereich gearbeitet, bevor er sich vor einigen Jahren der Entwicklung von Spielen zuwandte. Und dass der zweifache Vater das ganz gut kann, beweisen zwei Nominierungen zum Kinderspiel des Jahres 2022, nämlich für "Mit Quacks & Co. nach Quedlinburg" und "Auch schon clever".

Das erste Spiel ist sozusagen die Kinderversion von "Die Quacksalber von Quedlinburg", die 2018 zum Kennerspiel des Jahres gewählt wurden. Ging es im Original darum, alchemistische Getränke zu brauen, bestreiten die zwei bis vier Spieler nun das traditionelle Wettreiten zum Markttag in Quedlinburg. Für Esel, Schaf, Schwein und Kuh gilt es Futter zu sammeln. Dieses wird aus einem Beutel gezogen und anschließend ausgespielt. Im Idealfall lockt man damit sein Tier immer näher zum Ziel - außer man erwischt das Traumkraut: Dann verfallen Quacks, der titelgebende Esel, und seine vierbeinigen Kollegen in einen Tagtraum, und man kann bloß auf die nächste Runde warten. Andererseits sammelt man auch Rubine, mit denen man wieder neue Futterchips kaufen kann. Der Schnellste sichert sich dann den goldenen Kessel, der am Ziel wartet.

Wer erreicht als Erster mit seinem Reittier den goldenen Kessel in Quedlinburg? 
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Wer erreicht als Erster mit seinem Reittier den goldenen Kessel in Quedlinburg?

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Der Spielablauf ist denkbar einfach und somit ideal für die Zielgruppe ab sechs Jahren. Und damit es nicht langweilig wird, gibt es nicht nur zwei verschiedene Spielpläne (kurzer und langer Weg), sondern auch vier verschiedene Spielvarianten. Optisch besticht das Spiel vor allem durch die liebevoll gezeichneten Tiere. Und das auf dem Spielplan abgebildete Quedlinburg in Sachsen-Anhalt, das vor genau 1.100 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurde und dessen Altstadt heute Unesco-Welterbe ist, sieht übrigens in echt fast genauso aus.

Symbole würfeln und ankreuzen

Noch einfacher ist der Spielablauf in "Auch schon clever". Hier werden fünf Würfel mit vier verschiedenen Party-Symbolen geworfen: Luftballons, Kerzen, Geschenke und Süßigkeiten. Der Spieler, der gerade dran ist, sucht sich dann aus, welches Symbol er zum Ankreuzen auf seinem Zettel nimmt, die anderen können danach aus dem Rest wählen. Je nach Würfelglück ist da nur eines, oder es sind auch mehrere. Wichtig ist dabei weniger, dass man einen der vier Bereiche voll bekommt (sobald das bei einem Spieler der Fall ist, endet das Spiel, und es wird abgerechnet), sondern dass man vor allem viele Regenbogensterne erwischt, die auf den Party-Zetteln verstreut sind.

Erst wird gewürfelt, dann angekreuzt. 
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Erst wird gewürfelt, dann angekreuzt.

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Hilfreich sind dabei auch Bonuskreise: Wenn man einen davon erwischt, darf man gleich in einem anderen Bereich auch etwas ankreuzen. Es gilt also zu taktieren, welches der gewürfelten Symbole einem letztlich am meisten bringt.