Hat der Mondflug wirklich stattgefunden? Oder wurde er am Ende doch in einem irdischen Filmstudio simuliert? Oder ist er aus dem Ruder geraten, und sind die Astronauten gar zum Mars abgedriftet? Oder wurden sie durch Katzen ersetzt? Alles ist möglich, wenn der berüchtigte Dr. Maxwell Mayhem seine Finger im Spiel hat. Der einstige Time Guardian (also Zeitwächter) hat nämlich wieder einmal in den Lauf der Geschichte eingegriffen und eine alternative Wirklichkeit zur "Apollo 11"-Mission geschaffen. Es ist jetzt an der nächsten Generation von Time Guardians, ihn zur Strecke zu bringen oder zumindest seine Sabotageversuche zu vereiteln.

Dazu muss man sich im neuen "Time Guardian Adventure" von Ravensburger zunächst einmal eine Zeitmaschine bauen. Das geschieht, indem man lauter dreidimensionale Puzzles ringförmig zusammensetzt. Diese zeigen jeweils vier verschiedene Bilder, wie der Mondflug abgelaufen sein kann. Insgesamt 64 Abenteuerkarten führen die Spieler (man kann es in der Gruppe oder aber auch alleine spielen) durch die Geschichte. Dabei gilt es mehrere Rätsel zu lösen, zum Beispiel: Wie haben es Mayhems Saboteure ins Raumfahrtzentrum hinein geschafft? Wie wurde der Funk der Mondmission gestört?

Im Kartenchaos

Wer genau schaut und Indizien zu lesen weiß, findet dir richtige Antwort und kann damit die Zeitmaschine entsprechend einstellen, sodass man gerade noch rechtzeitig vor Ort ist, um die jeweilige Katastrophe zu verhindern. Es ist ein Wettlauf gegen die Geschichte, aber nicht gegen die Zeit. Jedenfalls gibt es keinen Zeitdruck. Zeit haben sollte man aber doch einige und zwei bis drei Stunden für dieses Spiel einkalkulieren. Idealerweise am Stück, denn aufgebaut lässt sich die gepuzzelte Zeitmaschine in der Schachtel nur schlecht aufbewahren.

Die größte Schwierigkeit besteht übrigens weniger darin, die Rätsel richtig zu lösen, sondern darin, bei den Abenteuerkarten den Überblick zu bewahren. Die sind nämlich eher willkürlich nummeriert, und irgendwann kommt der Moment, an dem man vor lauter abgelegten und offen aufgelegten Karten nicht mehr so genau weiß, welche jetzt eigentlich als nächste dran ist. Hier hilft ein Blick in die Spielanleitung, denn die verrät zumindest, welche Karte die vorherige Runde auflöst und mit welcher die darauffolgende Runde beginnt.

Abgesehen davon haben die Autoren Nicholas Cravotta und Rebecca Bleau ein spannendes Spiel entwickelt, bei dem Erwachsene nur bedingt im Vorteil sind. Schade ist nur, dass man es bloß einmal spielen kann. Denn es gibt nur einen Lösungsweg und nur eine richtige Lösung am Ende. Aber dafür gibt es noch ein anderes "Time Guardian"-Abenteuer von Ravensburger, nämlich "Eine Welt ohne Schokolade". Und weitere werden sicher folgen.