Es gibt Spiele, bei denen sollte man sich an die Altersangaben halten. Denn sonst kommt man womöglich in Erklärungsnot, wenn es plötzlich unanständig wird. Ein solches Spiel ist das "Österreich Spiel", das die Wagner’sche Universitätsbuchhandlung im föhnigen Innsbruck veröffentlicht hat (der Föhn kommt übrigens auch in einer Quizfrage vor). Denn bei dieser unterhaltsamen Rätselrallye quer durch Österreich werden auch nicht jugendfreie Fragen gestellt.

Man kann natürlich auch vorab die Fragenkarten vor dem Spiel sortieren, wenn man das "Österreich Spiel" mit Jüngeren spielen möchte. Das ist auch noch aus einem anderen Grund zu empfehlen, denn selbst Zwölfjährige (diese Altersgrenze zieht der Verlag selbst) dürften bei einigen Fragen auf jeden Fall scheitern, weil sie bestenfalls raten könnten. In der Schule gelernt oder sonstwo gehört werden sie diese Dinge noch nicht haben.

Man kann aber natürlich auch ganz bewusst auch diese in erster Linie für Erwachsene gedachten Karten im Spiel drinlassen, einfach, weil manche Antwortmöglichkeiten bei diesem Triple-Choice-Quiz zu köstlich sind. Oder alle drei klingen gleich (un)plausibel. Etwa bei der Frage nach Joseph Haydns begabtem Haustier oder der Herkunft des Namens "Großer Hundstod" für einen Berg im Steinernen Meer.

Und dann sind da noch die Aufgabenkärtchen, bei denen man entweder vom Spiel nach vorne oder zurück geschickt wird, ohne den Zug beeinflussen zu können, oder aber man muss etwas tun, zum Beispiel die Kennmelodie von "Ein Schloss am Wörthersee" singen oder einen sehr witzigen italienischen Satz rufen. Oder man muss etwas erklären oder pantomimisch darstellen. Diese Aufgaben sind jedenfalls allesamt sehr gut lösbar - sofern man keinen Genierer hat und auch einmal aus sich herausgeht. Hier bietet das "Österreich Spiel" gewisse "Activity"-Momente.

Durch und durch österreichisch

Der Spielablauf selbst ist übrigens denkbar einfach: Man startet in Bregenz am Bodensee und würfelt sich um die Wette durch alle neun Bundesländer plus Südtirol und großes deutsches Eck bis zum Stephansdom in Wien. Richtige Antworten und Aktionen bringen einen ein bisschen schneller voran. Und während man Land und Leute kennenlernt, erweist sich das Ganze als durch und durch österreichischens Spiel. Sprich: Es ist nicht nur sehr humorig und launig, sondern auch so richtig "gfeanzt", wie man so schön sagt.