Im Jahr 2008 erzählte der deutsche Autor Volker Kutscher mit "Der nasse Fisch" einen historischen Kriminalroman, der im Jahr 1929 in Berlin spielte und die Grundlage für die Erfolgsfernsehserie "Babylon Berlin" (2016) bildete. Und weil man einen guten Stoff ruhig mehrfach verwerten kann, hat nun der Verlag Ars Edition auch ein Escape-Spiel daraus gemacht. Darin schlüpft man nicht in die aus inzwischen mehreren Büchern bekannte Hauptfigur Gereon Rath, sondern muss als ein gewiser Wilhelm Kettler in Berlin auf Goldsuche gehen.

Genauer gesagt wird Kettler vom Polizisten Harald Dettmann erpresst: Er soll für ihn 80 Millionen Reichsmark in Gold aufstöbern, die sich im Besitz der alten sowjetischen Adelsfamilie Sorokin befanden und von einer kommunistischen Splittergruppe in die Hauptstadt des Deutschen reiches geschmuggelt worden sein sollen.

In Dettmanns Auftrag jagt man nun also durch das Berlin der Zwischenkriegszeit, muss alte Kontakte anzapfen, diskrete Nachforschungen anstellen, treibt sich dabei in zwielichtigen Bars herum, schleicht sich in Büros ein - und muss natürlich auch verschiedene Rätsel lösen. Das alles angeleitet von 50 Spielkarten, die einerseits die Handlung vorgeben und andererseits verschiedene Aktionsmöglichkeiten bieten. Für alle Fälle gibt es auch ein Codeheft. Falsche Entscheidungen können fatal sein, doch wer den richtigen Riecher hat, findet am Ende vielleicht das Gold. Aber ob es dann auch behalten kann? Zumindest ist das von Autor Kutscher gemeinsam mit Jens Schumacher entwickelte Spiel genauso spannend wie ein Krimi in Buchform.