Othmar Eugl hat es bei der ÖBB zu etwas gebracht. Als sogenannter "Aufstiegsbeamter" diente er sich vom einfachen Arbeiter bis zum Leiter des Logistikzentrums hoch. Seine eigentliche Berufung hat er allerdings erst nach der Pensionierung gefunden. Seit rund zehn Jahren beschäftigt er sich intensiv mit französischen Winzerchampagnern und seit einem halben Jahr betreibt er in Wien-Wieden sein eigenes Fachgeschäft mit beachtlicher Auswahl. Viktor Siegl, Vinaria-Redakteur und einer der profundesten österreichischen Champagnerexperten, über das Perlage: "Es gibt außerhalb der Champagne kein zweites Fachgeschäft mit einer derartig großartigen Auswahl an Winzerchampagnern – selbst in Paris gibt es nichts Vergleichbares!" Im Gegensatz zu den Produkten der großen Handelshäuser, etwa Pommery oder Moët & Chandon, die Jahr für Jahr ein nahezu identisches Geschmacksbild favorisieren, bringen Winzerchampagner die Typizität des Jahrgangs und die Individualität des Winzers zum Ausdruck.

Perlage mit Rüttelpult vor der Auslage. - © Johann Werfring
Perlage mit Rüttelpult vor der Auslage. - © Johann Werfring

Spezialisiert hat sich Eugl, der die Tröpfchen stets selbst vor Ort verkostet, auf feine Produkte mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis im Bereich zwischen 30 und 50 Euro. In diesem Bereich ist beispielsweise der "Jean-Pierre Legret" ganz besonders zu empfehlen (32 Euro). Im gehobenen Segment schwört Champagner-Kenner Siegl auf "Pierre Peters Grand Cru" (48 Euro), der sich im Jahrgang 2003 mit einer feinen Note nach Orangenzeste und einem schönen Hefetouch präsentiert; er hat einen guten Körper, ist dicht und gebündelt und in jeder Phase hochstehend und vergnüglich.In seiner unkomplizierten und gewinnenden Art versteht Eugl sowohl Champagnerkundige als auch absolute Neulinge für seine Winzerchampagner zu begeistern. Es sagen sich immer wieder auch Degustationsrunden an, denen auf Wunsch eine Palette von schmackhaften Cateringprodukten zum prickelnden Nass serviert wird. Verkostungen sind aber auch glasweise möglich.

Print-Artikel erschienen am 9. Mai 2008In: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 44