Als ich vor zwei Jahren erstmals die ausgezeichneten Weine von Manfred Ebenauer aus Poysdorf verkostete, war ich hoch erstaunt. Wie kann es sein, dass dieser Betrieb noch in keinem der großen Weinguides vertreten ist, dachte ich mir damals.

Mittlerweile sind einige der tonangebenden Weinführer auf das Talent des Poysdorfer Qualitätsextremisten aufmerksam geworden. Bereits im Vorjahr zählte die renommierte Fachzeitschrift "Vinaria" den "Grünen Veltliner Alte Reben 2005" zu den besten Weinen des Veltlinerlandes. Heuer konnte das Weingut besonders viele Ehrungen einheimsen: Der "Grüne Veltliner Weinviertel DAC Bürsting 2006" wurde zum Salonwein gekürt und der extraktreiche "Chardonnay 2006" erhielt nicht nur die Salonwürde, sondern als bester Sortenvertreter das Prädikat "Niederösterreichischer Landessieger" zuerkannt. Bei der Poysdorfer Weinparade wurde Ebenauer zum "Poysdorfer Weinchampion 2007" gekürt und auch bei der am 30. Oktober im Wiener Rathaus zelebrierten "Austrian Wine Challenge 2007" konnte Ebenauer voll punkten: Sowohl der bereits mehrfach prämiierte Chardonnay 2006 als auch der Welschriesling Eiswein 2005 erhielten AWG-Gold.

Erfolgsgeheimnis. Gleich fünf verschiedene Grüne Veltliner hat Ebenauer im Angebot, die allesamt die Typizität der einzelnen Lagen in unterschiedlichen Spielarten gut zum Ausdruck bringen. Während beispielsweise der treffliche "Grüne Veltliner Weinviertel DAC Ried Herrmanschachern 2006" (5,50 Euro) einen reizenden Grapefruit-Touch hervorblitzen lässt und mit einer grazilen Strenge auf den Kalkanteil der Lage verweist, klingt beim "Grünen Veltliner Alte Reben 2006" (7 Euro) eine reife Fruchtfülle an, die gemeinsam mit der lebendigen Säure einen höchst stimmigen Gesamteindruck ergibt. Burgundische Weißweinsorten runden das Programm ab.

Im roten Segment setzt Ebenauer voll auf Sorten burgundischer Prägung. Neben dem St. Laurent konzentriert er sich zunehmend auf den Pinot Noir, der es – ungewöhnlich für Weinviertler Verhältnisse – immerhin schon auf eine Rebfläche von einem Hektar bringt. Nicht den vordergründigen Himbeerton, sondern die filigrane Seite des Pinot Noir möchte der Winzer zum klingen bringen. Erfreulich auch, dass Ebenauer seine Tröpfchen keineswegs mit Fremdaromen übersättigt, denn Barriques kommen nur sparsam zum Einsatz, hingegen wird bevorzugt das große Fass verwendet. "In einem großen Holzfass kriegt der Wein eine Seele", deutet der Poysdorfer Shootingstar verschmitzt eines der Geheimnisse seines Erfolges an.