Helfen im Urlaub: TUI-Touristen beim Aufforsten in Kenia. - © TUI
Helfen im Urlaub: TUI-Touristen beim Aufforsten in Kenia. - © TUI

Österreichische Reisepioniere

Erstes österreichisches Mitglied im forum anders reisen sowie erster Reiseveranstalter auf der Referenzliste von Fairtrade Austria ist der Grazer Wanderreisenspezialist WeltWeitWandern (www.weltweitwandern.at, www.fairreisen.at). Mittlerweile schlossen sich drei weitere Österreicher dem forum anders reisen an: Odyssee Reisen (www.odyssee-reisen.at) als Reisebüro und Mitwohnzentrale in Wien, die Arge Archäologie e.V. (www.archaeology-for-me.com) lässt interessierte Amateure bei archäologischen Grabungen aktiv mitforschen sowie radVentura (www.radventura.com) als ein Tiroler Spezialreiseveranstalter für Radwander- und Genussreisen in Europa.

Bei den großen Pauschalreise-Veranstaltern hat die TUI in Sachen sozial- und umweltverträglicher Tourismus die Nase vorne. Als einziges Touristikunternehmen der Welt notiert sie im Dow Jones Sustainability World Index (er umfasst die 317 Unternehmen aus dem 2500 Mitglieder starken Dow Jones Global Index) sowie in einigen anderen Nachhaltigkeitsindizes.

Im Jahr 2009 gründete die TUI den Verein "Futouris - Die Nachhaltigkeitsinitiative" und setzt auf den weltweiten Dialog mit der gastgebenden Bevölkerung (www.futouris.org, www.tui-group.com).

Helfen im Urlaub

Die TUI bietet ihren Kunden das in Großbritannien bereits etablierte Volunteer-Reiseangebot "i-to-i" an: Hier wird ehernamtlich ein Teil der Ferien in Hilfsprojekte investiert. Etwa beim Schulneubau in Nepal, zur Löwenaufzucht in Südafrika, bei Orang-Utans in Malaysia, für benachteiligte Kinder in Südafrika oder bei Bauprojekten in Costa Rica. "I-to-i", eine Tochter der TUI Travel PLC, verbindet soziales Engagement mit klassischen Urlaubserlebnissen (http://germany.i-to-i.com).

Brandaktuell für die kommende Sommersaison rief die TUI das neue "grüne" Hotelkonzept Viverde ins Leben - für naturorientierte, umweltbewusste Urlauber. Vorerst startet die Marke mit zwei Vierstern-Häusern: Viverde Tenuta Moreno in Apulien sowie Viverde Loryma in der Türkei, bis 2015 sollen es 15 Häuser werden.

Die Veranstaltermarken der Rewe-Gruppe - Dertour, Meier’s Weltreisen, ADAC-Reisen - zeichnen geeignete Hotels (übrigens so wie die TUI auch) mit Nachhaltigkeitssiegeln aus. Sie dienen als Planungshilfe für den Gast sowie Anreiz für andere Hotels, ihr nachhaltiges Engagement auszubauen (www.dertour.de/nachhaltigkeitslabel).

CSR-Hotels in der Ferne

Vorzeigehotels wie das eingangs erwähnte SwaSwara findet man mittlerweile über die ganze Welt verstreut. Führendes Projekt in der Golf-Region ist das Dubai Desert Conservation Reserve (DDCR, das erste und größte Tier- und Artenschutzgebiet der Vereinigten Arabischen Emirate) mit dem Wüstenresort & Spa Al Maha. Zur DDCR-Gruppe gehört auch das Wolgan Valley Öko-Resort & Spa in den Blue Mountains in Australien. Als erstes Hotel der Welt erhielt es die carboNZero-Zertifizierung für CO2-Neutralität (www.emirateshotelsresorts.com).

Auf den Malediven ist das Coco Palm Resort Dhuni Kolhu (www.cocopalm.com) besonders "ecofriendly" und bietet seinen Gästen daher weder einen Süßwasser-Pool (die Entsalzung von Meerwasser ist extrem energieaufwendig) noch Fernseher in den Zimmern an. Dafür wurden die einzelnen Bungalows möglichst aus regionalen Naturmaterialien errichtet. Weitere Themen sind umfangreiches Recycling (nicht nur strikte Müllwirtschaft, sondern auch eine hoteleigene Tischlerei, die alles repariert), eigener Gemüseanbau und Baumaufpflanzungen. Das alles wird dem Hotelgast auf Wunsch bei einer "Back-Stage-Führung" gezeigt und bewusst gemacht.

Weiters engagiert sich das Dhuni Kolhu für die seltenen Manta-Rochen am Hani Faru Riff (es wird 2012 Unesco-Biosphären Reservat) sowie faire Mikro-Ökonomie mit den Einheimischen-Nachbarinseln: sprich Handel zu guten Preisen (Fisch, Gemüse) sowie Unterstützung bei sozialen Projekten und Einrichtungen (z.B. Schul- und Spitalbauten).

Grünes Europa

Auch in Europa gibt es Nachhaltigkeits-Musterschüler: etwa das griechische Costa Navarino (www.costanavarino.com), eine völlig neue Destination im touristisch noch unentdeckten Messenien am Südwest-Peloponnes. Hier gab es bis vor kurzem nichts außer Natur und einsame Sandstrände. Da auch nicht genug Arbeit vorhanden war, war die Region von massiver Abwanderung gebeutelt. Als die Politik überlegte, diesen Küstenstrich mit einer gewaltigen Schiffsverschrottungsanlage wirtschaftlich zu beleben, trat der einheimische Multimilliardär Vassilis C. Constantakopoulos (Eigner der drittgrößten Containerschiff-Gesellschaft der Welt) auf den Plan und machte aus der absterbenden Region die Tourismus-Destination Costa Navarino mit zwei Hotels und zwei Golfplätzen (im Sommer 2013 folgen zwei weitere Hotels). Allerdings strikt nach nachhaltigen Richtlinien: Seine Gesellschaft beschäftigt hauptsächlich Einheimische, achtet auf die Einbindung regionaler Kultur ("Messinian Authenticity"-Gästeprogramm), fährt gemeinsam mit NGOs strenge Umweltschutzprogramme und bezieht Nahrungsmittel möglichst aus der Region.