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Dass Geräte im Standby-Modus, schlecht abgedichtete Fenster und eine - sagen wir - sehr sportliche Fahrweise nicht gerade dazu beitragen, Energie in Form von Strom oder Sprit zu sparen, hat sich schon herumgesprochen. Welche von den vielen Energiespar-Tipps aber nun tatsächlich stimmen, dem ist der Journalist und Sachbuchautor Markus Groll auf den Grund gegangen. Und hat Erstaunliches zutage gefördert, denn nicht immer sind Empfehlungen von Umweltpolitikern und Ökoberatern gut für die Energiesparbilanz. Von der Umwelt und vom eigenen Geldbörsel ganz zu schweigen . . .

So erweist sich die vielgepriesene Wohnraumsanierung oft als Maßnahme, die zwar Heizkosten spart, sich aufgrund der hohen Aufwendungen aber nur in den wenigsten Fällen amortisiert. Auch die Elektroautos kommen nicht gut weg: Hohe Kosten bei der Herstellung und bei der Anschaffung rechnen sich im Endeffekt nicht. Der heimische Kraftwerkspark kann doppelt so viel Strom liefern als Nachfrage herrscht - die Abhängigkeit von Stromimporten lässt sich also in Wahrheit nicht argumentieren. Und dass 15 Minuten Duschen genauso viel Wasser verbraucht wie ein Wannenbad, lässt das Wasser auf den Mühlen der Umweltberater wohl langsam versiegen . . .

Auch wenn Groll mit vielen Energiesparmythen aufräumt, versteht sich sein einleuchtend geschriebenes Buch dennoch als Anreiz für die Konsumente, achtsam mit Energien wie Strom oder fossilen Energieträgern umzugehen und die technischen Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen. Und dank der anschaulichen Zeichnungen von Christoph Abbrederis macht es auch noch richtig Spaß, sich mit der Energiesituation von morgen auseinanderzusetzen . . .

Artikel erschienen am 11. Mai 2012 in: "Wiener Zeitung", Beilage "Wiener Journal", S. 11