Doch es gibt sie noch, die echten palermitanischen Sattler, Schneider und Krippenbauer. Sie arbeiten in den großen Einkaufsstraßen oft in leicht übersehbaren kleinen Läden, die gleichzeitig ihre Werkstatt sind. Kunstvolle Krippenfiguren, Taschen, Gürtel, Kopfbedeckungen samt karierter Schirmmützen, einst Markenzeichen der "ehrenwerten Gesellschaft", werden hier nun nach den Wünschen und vor den Augen des Kunden angefertigt.

Die Altstadt scheint verwirrend, doch wirklich verlaufen kann man sich kaum. Es gibt zahlreiche Orientierungspunkte, wie die gewaltige Kathedrale mit den Königsgräbern oder die von leuchtend roten Kuppeln gekrönte Kirche San Giovanni degli Eremiti, eines der Wahrzeichen der Stadt. Kaum zu übersehen ist der Normannenpalast mit der Cappella Palatina, ein von byzantinischen, arabischen und normannischen Baumeistern geschaffenes einzigartiges Gesamtkunstwerk. Er gehört unter den zahlreichen Sehenswürdigkeiten zum touristischen Pflichtprogramm.

Die Geschichte im Alltag

Ein beliebter Treffpunkt ist die zentrale Straßenkreuzung Quattro Canti, Vier Ecken, wegen ihrer barocken Inszenierungskunst auch kurz "il teatro" genannt. Sie teilt die Altstadt in vier annähernd gleiche Teile. Die belebte Shoppingmeile Via Maqueda führt schnurgerade an der Via Principe di Belmonte vorbei. Eine grüne Oase im Herzen der besseren Gegend der Bourgeoisie - mit dem ältesten Kaffeehaus der Stadt, das mittags von Anwälten, Professoren und Touristen besucht ist. In den Lokalen dudeln Lieder von Eros Ramazotti und Cheb Khaled. Die Geschichte als Bestandteil des modernen Alltags ist in Palermo überall präsent.