Fjallraven. - © Hersteller
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Die beste Planung des erlebnisreichen Outdoor-Wochenendes nützt wenig, wenn man sich unterwegs mit Blasen an den Füßen, Scheuerstellen an den Schultern oder durchnässter Kleidung herumschlagen muss. Die Anforderungen ans Outdoor-Equipment sind groß: Es muss bei jedem Wetter Schutz bieten, soll strapazfähig und gegebenenfalls stabil sein - und dabei leicht bleiben und möglichst kompakt einzupacken sein. Das ist eine Aufgabe für moderne High-Tech-Materialien, die reine Naturfaserprodukte wie Baumwollshirts oder Lodenumhänge heute weitgehend vom Berg verdrängt haben.

Schuhe etwa sind heute nur mehr selten aus reinem Leder gefertigt, feste Textilien sowie atmungsaktive Goretex-Membranen sorgen für ausgezeichneten Komfort. Passé sind, Gott sei Dank, die Zeiten, als man die Wahl hatte, entweder in schweren, festen Bergschuhen zu schwitzen oder in leichten Sportschuhen zu schlittern - gerade für den Outdoorsport in weniger extremen Lagen steht eine riesige Bandbreite an unterschiedlichen Schuhen zur Wahl. Wer beispielsweise nur hoch hinauf, dort aber nicht über Geröll und Grate kraxeln möchte, findet in der Preisklasse ab 150 Euro erstklassige leichte Trekkingschuhe mit Schaft, der über den Knöchel reicht. Wer lieber über sanfte Hügel trabt, entscheidet sich für einen Geländelauf- (oder Trailrunning-)Schuh mit griffigem Profil und festem Halt, der mit Gel oder Luftkissen gedämpft ist und ähnlich viel kostet. Wer einfach nur Cross-Country etwa durch den Wald spazieren möchte, wird bei den günstigeren Outdoorschuhen fündig, die die gleichen Anforderungen erfüllen, ohne gedämpft zu sein.

Jede Tour wird schnell zur Tortur, wenn der Schuh drückt. Sparen sollte man daher niemals am Schuhwerk, Finger weg von Sonderangeboten aus dem Diskontladen - ohnehin sei generell angeraten, für’s Outdoor-Equipment das gute Fachgeschäft anzusteuern. Es gilt: Gute Qualität hat ihren Preis. Und auch eine gute Beratung ist mitunter Goldes wert; wie eben bei Schuhen, bei denen es gilt, die richtige Passform zu finden. Tipp am Rande: Gehen Sie nur mit gut eingetragenen Schuhen auf Tour. Ein kurzer Spaziergang in der Ebene ist zu wenig, wenn als nächstes ein Hüttentrekking ansteht. Klingt banal? Ist aber an den meisten Fußbeschwerden beim Outdoor-Sport schuld.

Abgesehen davon, dass der Schuh quasi wie angegossen passen muss, sollte auch er eine der trickreichsten Anforderungen, die an moderne Outdoor-Bekleidung gestellt wird, erfüllen: die Atmungsaktivität. Simpel gesagt, soll das Material, das direkt oder indirekt am Körper getragen wird, die Feuchtigkeit (Schweiß) nach außen ableiten, sodass die Haut nie fröstelt. Dabei aber, und hier gilt es, einen scheinbaren Widerspruch technisch zu lösen: Bestimmte Kleidungsteile sollen wasserdicht (oder zumindest abweisend gegen Regen) sein. Das gilt für Schuhe wie für Jacke und Hose. Perfekt gelöst wird diese Problemstellung durch Membranen aus Kunststoff, wie sie zuallererst von Gore-Tex entwickelt wurden: Man nützt die Tatsache, dass Wassertropfen (Regen) und Wasserdampfmoleküle (Schweiß) unterschiedlich groß sind. Eine Gore-Tex Membran besteht nun aus über 1,4 Milliarden mikroskopisch kleiner Poren pro Quadratzentimeter. Diese Poren sind rund 20.000mal kleiner als Wassertropfen, deren Eindringen sie damit verlässlich verhindern, jedoch 700mal größer als ein Wasserdampfmolekül, dem sie so das Austreten ermöglichen. Ähnliche Membrane gibt es mittlerweile von vielen Herstellern, nicht immer sind sie so gut wie das Original. Kostenpunkt: ab 100 Euro für eine gute Outdoor-Jacke, ab 200 Euro für eine echte Gore-Tex.

Damit diese Atmungsaktivität auch voll wirksam wird, muss allerdings jedes Glied der Kette seine Funktion erfüllen, womit wir beim im Outdoorbereich allgegenwärtigen Begriff "Funktionskleidung" wären (circa sechs Milliarden Euro jährlicher Umsatz in Europa!): Vergessen Sie das gute alte Baumwoll-Shirt, das sich mit Schweiß vollsaugt. Statt dessen trägt man heute spezielle Textilien z. B. aus Mikrofasern auf der Haut, die die Körperfeuchtigkeit nach außen tragen. Diese Feuchtigkeit wird dann Schicht für Schicht weitergegeben, bis sie durch die letzte ganz nach außen dringt. Schicht für Schicht deswegen, weil der moderne Outdoor-Sportler sinnigerweise nach dem Zwiebelprinzip gekleidet ist, denn wer statt einer dicken drei dünne Lagen trägt, ist flexibel bei jedem Wetter. Funktionskleidung muss nicht immer aus reiner Kunstfaser bestehen, es gibt auch Kombinationen mit Naturfasern respektive reine Naturfaserprodukte, die diesen Anforderungen gerecht werden, wie etwa Seidenmischungen, doch die gehen ordentlich ins Geld. Ansonsten rechnen Sie für ein Funktionsshirt ab 25 Euro.

Eine dieser Schichten muss unbedingt auch wärmen, selbst wenn es beim Start der Tour heiß ist, sollte man für einen jähen Wetterumschwung gerüstet sein. Mit Abstand am beliebtesten sind Fleece-Westen (ab 75 Euro), die bei geringem Gewicht eine hohe Wärmeisolation gewährleisten: Die flauschige und damit extrem angenehm zu tragende Struktur von Fleece umschließt zahlreiche winzige Luftkammern, die hervorragend warm halten. Die aus Polyesterfasern hergestellten Fleece-Stoffe nehmen so gut wie keine Feuchtigkeit auf, sondern leiten sie ganz im Sinne der Atmungsaktivität sofort nach außen weiter.