Seit 1989 mischt Willi Balanjuk in der heimischen Weinszene mit. Unter anderem war er in einer Spitzenposition bei Wein & Co engagiert, in der Österreichischen Weinakademie war er als Lehrender tätig, das Burgenland engagierte ihn als Chef der Weinwerbung und in Thallern bei Gumpoldskirchen brachte er zuletzt gemeinsam mit drei Winzern neuen Wind ins ehemalige klösterliche Weingut.

Balanjuk darf landesweit auch zu den profundesten Champagner-Kennern gezählt werden. Im Verlauf seiner bewegten Weinvergangenheit lernte er die Topkreszenzen aus französischen Gefilden immer besser zu verstehen. Nicht selten war er in den einzelnen Regionen, in denen Champagner erzeugt wird, auch persönlich vor Ort.

"Hierzulande trinken die Leute Sekt und Champagner, weil das zu bestimmten Anlässen dazugehört", sagt Balanjuk. Von einem wirklichen Verständnis für Schaumweine sei man in Österreich aber noch meilenweit entfernt. In seinem neuen Sparkling Center am Naschmarkt möchte der lang gediente Weinprofi einen Beitrag dazu leisten, dass sich das bald ändern möge. Rund 40 verschiedene Champagner, ein Dutzend österreichische Sekte, deutscher Rieslingsekt, Prosecco, Spumante und Cava stehen zum Kauf – und zum Teil auch zur Degustation und zum Genuss – bereit.

- © Foto: Martina Lex
© Foto: Martina Lex

Beim Sortiment hat sich Balanjuk auf die beiden Champagnerhäuser Deutz und Louis Roederer festgelegt und deckt damit zwei sehr unterschiedliche Stilistiken ab: Während die fülligeren Deutz-Champagner von hohem Pinot-Noir-Anteil mit geringfügerem Chardonnay-Anteil geprägt und größtenteils im Reservestil ausgebaut sind, bestehen die Gewächse von Louis Roederer aus einem höheren Chardonnay-Anteil und wirken vom Stil her fruchtbetonter, straffer und reduktiver.

Balanjuk hält von den beiden Häusern eine beachtliche Jahrgangspalette bereit: Von Roederer gibt es Champagner bis 1982 zurück und von Deutz gibt es Formate bis in die 1970er Jahre zurückreichend. Einen Jahrgangs-Champagner von Deutz (1999) zählt Balanjuk zu seinen Lieblingstropfen. Dessen "pipifeine Perlage" sei darauf zurückzuführen, dass er ganze fünf Jahre auf der Feinhefe lag, wohingegen billigere Champagner bloß einen Hefekontakt von zwei Jahren aufzuweisen haben. Einfache österreichische Sekte hingegen haben bloß ein Jahr lang Kontakt mit der Hefe. "Das Hauptproblem vieler österreichischer Sekte ist die grobe Perlage", sagt Balanjuk. Allerdings gebe es auch heimische Produkte, die "ganz großer Stoff" sind. Eine Auswahl davon möchte Balanjuk seinen Kunden im Shop schmackhaft machen.