Jahrtausende lang hat der Hund den Menschen auf seinen Streifzügen durch die Wildnis begleitet. Mittlerweile hat auch die Bewachung von Haus und Hof an Bedeutung verloren. Heute gestaltet sich vor allem das urbane Hundeleben zumeist recht langweilig. Das berühmt-berüchtigte "Gassigehen" gilt für viele Stadthunde als einziges Highlight des Tages. Umso erfreulicher ist der Trend, den immer mehr Frauchen und Herrchen entdecken: Mit ihrem geliebten Vierbeiner die beklemmende Enge der Stadt verlassen und die aufregenden Weiten der Natur entdecken.

- - © Foto: Alexander Mayr-Harting
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Der nahende Beginn der heurigen Wandersaison ist ein passender Zeitpunkt für erste größere Runden in der nahen Umgebung, bevor es in die Berge geht. Denn beim Hund ist es ähnlich wie bei uns: Nicht alle sind geländegängig, haben entsprechende Kondition oder das richtige Alter. Also gemeinsam und langsam angehen und nicht unvorbereitet draufloswandern, raten die Experten. Gründliche Planung und Beachtung diverser Vorsichtsregeln sind vor allem mit Hundebegleitung unerlässlich. Vorab zu klären sind Länge und Anforderungen des Weges (Steige und Leitern entlang der Route stellen oft unüberwindbare Hindernisse dar), Wetterverhältnisse, rechtliche Besonderheiten wie Jagdsperren und Wildruhezonen, Wasserversorgung, Rast- und Einkehrmöglichkeiten.

Auch Hunde brauchen Ausrüstung. Abgesehen von unserer klassischen Wanderausrüstung benötigen Hunde ganz spezielle Accessoires.

Abgepacktes, abwechslungsreiches (Kraft-)Futter, Leckereien, Futternapf, Wasserflasche, Halsband, Brustgeschirr, aufrollbare Leinen und Maulkorb zählen zur Standard-Ausrüstung. Die passende Transportbox im Auto sollte auch noch selbstverständlich sein. Was gerne vergessen wird, ist die medizinische Versorgung für unterwegs. Der Handel bietet mittlerweile fertig abgepackte Notfall-Sets für Hunde an (Schutzschuhe, Pinzetten, Cremes, Mullbinden, Zeckenzangen etc.), die schon oft geholfen haben. Profis denken auch an Wind- und Regenschutz und an wärmende Hundedecken – sie werden nach Regen und einem freiwilligen Bad dankbar angenommen.

Sind mehrtägige Wanderungen geplant, drängt sich unweigerlich die Frage nach einer passenden Übernachtungsmöglichkeit auf. Tatsache ist, dass die Akzeptanz für Hundebegleitung auch auf Berghütten steigt, aber nicht selbstverständlich ist. Womit wir wieder bei der Planung sind: Eine rechtzeitige Anmeldung bzw. Recherche im Internet oder bei regionalen Tourismusverbänden schützt vor bösen Überraschungen.

Artikel erschienen im "Wiener Journal" vom 22. Februar 2013