Ihr Label ist noch ganz jung, passt aber Jungen und Älteren, Zarten, Schlanken, Stärkeren und wenn es sein muss auch den Überstarken. Genau zu Frühlingsbeginn eröffneten sie ihr witzig-kultiges Geschäft in der Lerchenfelder Straße. Nicht nur Japaner bleiben staunend vor den Auslagen stehen, um zu fotografieren. Zwischen Osterhasenironie und antiker Mythologie schwankt das Kopfoutfit der Puppen. Fast wird, was sie tragen, unwichtig. Doch nein, die Mode verdient es, genauer hinzuschauen.

- © Clauma
© Clauma

Clauma – Symbol der Symbiose

Gemeinsam sind Claudia und Markus unschlagbar, was sich auch im Geschäftsnamen ausdrückt: Clauma.

In einem Gewölbe, das sicher an die zweihundert Jahre alt ist, empfangen Claudia und Markus ihre Kunden. Ein urbequemes Sofa lädt zum Sitzen und zum Schauen ein. Einst saßen Helmuth Zilk und seine Besucher darauf. Zum Schauen gibt es bei Clauma genug.

Da locken witzige Taschen aus Polyester mit comicartigen Figuren oder irgendwelchen bunten Graffiti auf der Deckklappe, Schals und Fingerhandschuhe in allen Farbtönen. Im Hintergrund hört man eine Nähmaschine leise schnurren. Geschäft und Atelier gehen nahtlos ineinander über. Anders als in so manchen Designerläden, wo einzelne Modelle präpotent einsam von der Decke herabrieseln, hängen hier die Modelle dicht an dicht auf den Stangen. Man braucht Zeit, um sich einen Überblick zu verschaffen.

Claudia und Markus sind in einen Creativrausch verfallen, als sie in diesen ehemaligen Blumenladen einzogen. "Was hier an Menschen an einem Tag vorbeispaziert, so viel sahen wir in der Anastasius-Grün-Gasse, wo wir vorher waren, das ganze Jahr nicht", frohlockt Claudia. Jetzt stimmt der Klageschlager "Kein Schwein ruft mich" an, nicht mehr!

Immer das Theater

Claudia ist schlank, Markus das Gegenteil, um es vornehm auszudrücken. Sein Bauch- und Brustumfang und seine klangvolle, tiefe Stimme erinnern an Sarastro. "Genau", ruft er erfreut, "ich bin Opernsänger!" Unvermeidliche Frage: Wo und wie haben sich die beiden kennengelernt? "Im Theater!", kommt die Antwort von beiden wie aus einem Mund. So, so, dann war Claudia vielleicht die Pamina?

"Das nicht, ich habe sie nur angezogen!", gibt sie lächelnd zurück. Es war an der Wiener Volksoper, als der Bass aus dem Schwabenland das Herz der Kärntnerin eroberte. Claudia hatte bereits eine Karriere als Kostümbildnerin in Graz und Klagenfurt hinter sich, als Markus an die Volksoper kam. Bis zum 21. Lebensjahr hatte er als Werbegrafiker gearbeitet. "Gesang habe ich nur so zu meinem Vergnügen studiert. Bis mich das Schicksal oder wer auch immer nach Wien zum Belvedere-Gesangswettbewerb geschickt hat", erzählt Markus schmunzelnd. Weil er es dort bis ins Halbfinale schaffte, wurde er zunächst an die Wiener Kammeroper und danach an die Volksoper engagiert. Wo ihn das Schicksal ereilte. Die Liebe, die Liebe ist eine Himmelsmacht, singen sie dort ja immer wieder.