Moose und Farne am Baumstumpf. - © J.Kerviel
Moose und Farne am Baumstumpf. - © J.Kerviel

Mooslandl nennt sich der kleine Ort in Landl inmitten der Ennstaler Alpen und der Gesäuseberge in der oberen Steiermark. Und der Name kommt nicht von ungefähr: wenn in den feucht-kühlen Wäldern die Moose ihre Kapselstiele antennenhaft in die Luft emporstrecken, wenn die Felsbrocken am Wegesrand mit ihren weichen Fellen überzogen sind oder wenn sie an den Böschungen zum Teil wie Bärte von den Ästen der Gehölze herabhängen, sieht man: Nomen est omen. Mooslandl ist schlicht ein Paradies für die grünen Pölster.

Die Moose leben von Feuchtigkeit, besonders Sprühregen tut den sensiblen Weggefährten gut. Und den nötigen Sprühregen gibt es in Landl ausreichend – durch die vielen Wasser- wie  Regenfälle. Und was liegt näher, als bei Regen dorthin zu gehen, wo es nass ist? Nämlich zum Regensammler schlechthin, zum Fluss.

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Wo ist nur das Salz?

Wildwasserpaddler, Raftingfreaks und Flußwanderer haben das schon längst erkannt. "Im Fluss sieht die Welt ganz anders aus", sagt Bernard Ochaya, Inhaber der Rafting-Agentur "River Sliders", die in Palfau in der Nähe von Mooslandl an der Salza Wasserabenteuer aller Art anbietet. Die Salza zählt mit rund 40 Kilometern glasklaren Wildwasser in Trinkwasserqualität zu den beliebtesten Kajak- und Raftingflüssen Österreichs. Aller Anfang ist die Einschulung und das Eintauchen in das eiskalte Wasser. Fünf Grad Celsius misst die Wassertemperatur.

River Sliders

Eingepackt in Neopren lässt man sich kurz in das kühle Nass fallen - das hört sich schlimmer an, als es ist und bleibt einem nicht erspart, wenn man die Tour mit einem professionellen Wasserwander-Guide wie Ochaya macht. Ihm ist wichtig, dass sich seine Kunden sicher fühlen. Denn sollte man einmal ins Wasser fallen, wäre der Kälteschock durch den bereits getätigten Abstecher nicht so groß, sagt er. Außerdem erwärmt der Körper das Wasser, und natürlich sorgen auch die bevorstehenden Bewegungen dafür, dass einem am Fluss nicht kalt wird.

Der Wildwasserprofi Ochaya paddelte sich schon seit seiner Kindheit durch die Flüsse, seit 30 Jahren schon betreibt er Wassersport. In Palfau ist er seit 2006. Außerdem zählt er zu den wenigen Österreichern, die mit einer profunden und international anerkannten Ausbildung im Wildwassersport aufwarten können: er ist mittlerweile ein gefragter Ausbildner der International Rafting Federation, ist geprüfter Wasserretter und noch dazu ist er ehrenamtlicher Rettungsfahrer. Außerdem gründete er das Wettkampf-Rafting Team "River Sliders", mit dem er als Captain schon einige Male österreichischer Staatsmeister wurde und bei der WM den 4. Platz belegte.