Das Gebäude, in dem in den vergangenen Jahrzehnten etliche Staatsoberhäupter aus dem In- und Ausland zu Gast gewesen sind, ist sowohl im Außen- als auch im Innenbereich höchst beeindruckend. Es ist ein erhebendes Gefühl, die herrlichen Gewächse des Weinguts in der gediegenen Gewölbestube aus Kaisers Zeiten zu probieren. Wenngleich der Betrieb bei zahlreichen Bewerben mit seinen Tröpfchen hohe Bewertungen und Auszeichnungen erzielte, ist man im Hause Feiler-Artinger bodenständig geblieben: Das Preislevel der Weine ist großteils im moderaten, ja sogar stammkundengerechten Bereich positioniert und die Winzersleut’ umsorgen die Weinreisenden stets aufmerksam und zuvorkommend. Es muss also niemand Berührungsängste haben.

Im weißen Einstiegssegment bietet das Weingut einen sehr empfehlenswerten 2013er Welschriesling, der für seine Gewichtsklasse bereits einiges Volumen aufweist. Mit apfeligem Bukett und hinzutretenden Blüteneinsprengseln ausgestattet, wird dieser süffige Wein im belebenden Säurespiel gewitzt von Mineralik umspielt. Mit diesem Bilderbuchklassiker hat Kurt Feiler, der für den Keller verantwortlich ist und das Weingut nach außen hin vertritt, den überzeugenden Beweis erbracht, dass der Welschriesling Niveau haben kann (5,50 Euro). Dass man diese Sorte in der jüngeren österreichischen Weingeschichte völlig zu Unrecht als Zisch-Frisch-Gewächs abgetan hat, ist auch dadurch bewiesen, dass daraus hervorragende Prädikatsweine gekeltert werden können, wie dies auch im Weingut Feiler-Artinger der Fall ist – davon später mehr.

Das Weingut Feiler-Artinger in der Ruster Hauptstraße. - © Weingut Feiler-Artinger
Das Weingut Feiler-Artinger in der Ruster Hauptstraße. - © Weingut Feiler-Artinger

Ferner sei aus dem Weißweinangebot der 2012er Pinot Blanc herausgestellt: Er präsentiert sich im Bukett dezent feinfruchtig, im Rückgeschmack tritt satte Gelbfrucht hinzu, auch nussige Einsprengsel machen sich bemerkbar (6,70 Euro). Besonders bemerkenswert ist auch der 2013er Neuburger, er hat viele Schichten und Phasen, etwas hervortretend ist seine Note nach Haselnüssen, im Geschmack gesellen sich würzig-salzige Komponenten hinzu, füllig und dicht gleitet er ins anhaltende Finale (8,50 Euro). Für Freunde der druckvollen Weißweinspielart gibt es die Cuvée Gustav aus Chardonnay und Neuburger mit Anklängen nach Birne, Banane, Bratapfel und Marillenfrucht. Dieser Wein hat eine enorme Länge und eignet sich als Essenbegleiter für Speisen mit kräftigen Aroma-Komponenten, denen er einen guten Widerpart bietet (15 Euro).