Wie man aus nur wenigen Zutaten hervorragende Speisen kocht, erklärt Melita H. Sunjic in ihrem neuen Kochbuch. - © Braunmüller
Wie man aus nur wenigen Zutaten hervorragende Speisen kocht, erklärt Melita H. Sunjic in ihrem neuen Kochbuch. - © Braunmüller

Nach vier langen Vorlesungen über das Mittelalter kommt man müde und hungrig nach Hause. Mit Entsetzen staunt man ein weiteres Mal über die unermessliche Vielfräßigkeit der Mitbewohner. Der angebliche Heißhunger eines König Friedrichs von Württemberg war wohl ein Witz dagegen. Im Kühlschrank herrscht gähnende Leere. Eine vertrocknete Tomate, zwei Blatt Schinken und unterschiedliche Nudeln sind der traurig zurückgebliebene Rest. "Kein Problem", sagt Melita H. Sunjic und zeigt in ihrem Kochbuch "Remix im Kochtopf" wie man aus den allerletzten Überbleibseln eine gelungene Mahlzeit zaubert.

Eigentlich ist Sunjic promovierte Kommunikationswissenschafterin. Die ehemalige Journalistin und langjährige Pressesprecherin des UNO-Flüchtlingshochkommissariats in Wien bereiste immer wieder Krisengebiete und publizierte Bücher zum Thema Asyl und Flucht. Nun hat sie ein Kochbuch geschrieben. Die praktische Rezeptsammlung entstand aus einem privaten Kochlehrprojekt für ihren Sohn. "Nachgewiesenermaßen hat eine ganze WG mit diesem Buch kochen gelernt und viel Spaß daran gefunden", steht im Klappentext des Buches.

Improvisieren wie ein DJ
"Remix im Kochtopf" arbeitet mit dem Konzept des Sampling. Wie ein DJ soll der Leser Vorhandenes verwenden und zu einer neuen Speise zusammenfügen. Die Rezepte sind als Module konzipiert. Die Autorin listet keine Zutaten, die man alle unbedingt braucht, sondern allerlei verschiedene Ingredienzen, die je nach Verfügbarkeit beliebig miteinander kombinierbar sind. Meist gibt es keine genauen Mengenangaben, man kocht so viel, wie eben da ist.

Für hart Arbeitende und Chaoten

Das Buch richtet sich an Studierende, notorische Vielarbeiter und Chaoten. Die Rezepte werden klar und logisch erklärt. Alle Kapitel drehen sich jeweils um eine Hauptzutat, wie etwa die Kartoffel oder einen gewissen Speisetypus. Und da man kenntlich auch mit den Augen isst, werden die Rezepte mit hungrig machenden Fotos veranschaulicht. Vorkenntnisse sind laut Autorin nicht nötig, "wohl aber Kreativität und die Lust am Experimentieren".