Einige Weinfreunde werden sich vielleicht daran erinnern, dass es schon einmal die Marke "Juwel" im Mittelburgenland gegeben hat – nur stand sie damals für einen Blaufränkischen der "Superpremiumklasse", während der Horitschoner Weinbauverein nunmehr diese Herkunftsbezeichnung für alle Horitschoner Ortsweine vergeben möchte, die unter den Bedingungen des selbst auferlegten Codex erzeugt wurden. In der Praxis werden dies wohl ausschließlich Rotweine sein, wobei die Rebsorte Blaufränkisch, die mit 250 Hektar im Ort seit Langem die Hauptrolle spielt, und der Zweigelt sicher weiterhin dominieren werden. Die neue Marke "Juwel Horitschon" ist nach dem Willen der Horitschoner Winzer also nicht an eine bestimmte Rebsorte oder einen bestimmten Weintyp gebunden und kann auch ergänzend zu den bestehenden DAC-Appellationen geführt werden. Sichtbar wird sie durch ein gemeinschaftliches, separates Rücketikett, wo auch die zusätzliche Erklärung "Terroirjuwel" aufscheint, sowie eine grafische Darstellung von Wein- und Eichenblättern. Letztere nehmen auf die lange Historie von Horitschon Bezug, denn die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1186. Damals wurde die Ortschaft Hurusun genannt, was im Altslawischen so viel wie "Die Leut’ bei den Eichen" bedeutet hat.

Sinnvoller Codex, tolle Rieden

Nach dem bereits erwähnten Codex der Horitschoner Winzer steht "Juwel Horitschon" für nachhaltig produzierte Weine, wobei auf den Einsatz von Insektiziden verzichtet werden muss. Eine durchaus sinnvolle Maßnahme, die ja auch gesundheitlichen Schäden vorbeugen soll. Sämtliche Weine dürfen nur von Weingütern abgefüllt werden und müssen in Horitschoner Lagen herangewachsen sein.

Dies ist auch deshalb bedeutsam, weil sich die Horitschoner Lagen, die überwiegend aus tiefgründigen Lehmböden bestehen, durchaus markant von denen anderer mittelburgenländischer Weinbaugemeinden unterscheiden – man denke etwa an die etwas leichteren, zum Teil auch schieferigen Böden des Neckenmarkter Hochbergs. Die wohl bekannteste Horitschoner Riede ist Hochäcker, ein relativ großer, sanfter Südhang, der in keinem Abschnitt von Staunässe bedroht ist. Dennoch ist das Wasserhaltevermögen der Horitschoner Toplagen extrem gut, weshalb sie in so trockenen, heißen Jahren wie 2015 oder in der Vergangenheit im Jahr 2011 besonders gehaltvolle und dennoch ausgeglichene Rotweine ermöglichten. Eine auf den Etiketten immer wieder zu findende Spitzenlage ist die Riede Dürrau, die ebenfalls von diesen schweren tonigen Böden geprägt ist, wie man anhand von Bodenprofilen leicht feststellen kann. Zu den bekanntesten Horitschoner Rieden zählen auch Gfangeräcker und Kirchholz.