Das Verteidigungsministerium habe aber auf neue Flugzeuge bestanden, damit seien nur noch Eurofighter und der schwedische Saab Gripen infrage gekommen. Letzteres wäre die billigere Lösung gewesen, die Bewertungskommission des Verteidigungsressorts habe sich schließlich aber für die beste Lösung und damit den Eurofighter entschieden.

Amüsiert zeigte sich Grasser sodann über ein Dokument, das die FPÖ vorlegte. Demnach habe EADS-Manager Wolfgang Aldag geschrieben, dass Grasser 2006 in das von Jörg Haider gegründete BZÖ eintreten wollte. "Man sieht, dass Papier geduldig ist", sprach der frühere Minister von einer "absolut freien Erfindung".

Grasser verteidigte auch eine gemeinsame Reise mit dem früheren Magna-Manager Siegfried Wolf zu Daimler nach Deutschland, ebenso dass dies auf Einladung von Magna passierte. Da Wolf ohnehin dorthin reiste, wollte er der Republik Geld ersparen und flog mit ihm, erklärte Grasser. Seiner Meinung nach hätte sein früherer Arbeitgeber Magna unabhängig von der Typenentscheidung Gegengeschäfte an Land gezogen, weil auch zu anderen Konzernen Geschäftsbeziehungen bestanden hätten.

Positive Gegengeschäfte

Von der Staatsanwaltschaft wurde Grasser in dieser Causa nicht einvernommen. Gegengeschäfte wertet Grasser grundsätzlich positiv, wie er auf Anfrage der ÖVP wissen ließ. Dabei müsse man aber auf Transparenz aller größten Wert legen. "Der wahre Skandal in der Eurofighter-Beschaffung ist nicht die Beschaffung", sondern erst später, als Norbert Darabos (SPÖ) das Verteidigungsministerium übernommen und Nachverhandlungen "zum Schaden der Republik" durchgeführt habe. "Ein gutes Produkt hat man verschlechtert und eine gute Kosten-Nutzen-Rechnung zu einer schlechten gemacht", meinte das ehemalige Regierungsmitglied.

Zwischen Grasser und Peter Pilz (Jetzt/Liste Pilz) kam es zu einem kurzen Schlagabtausch, woraufhin der frühere Minister feststellte: "Ich weiß schon, dass sie gerne hätten, dass der Grasser an allem schuld ist, aber das geht nur mit Fake News." Pilz erklärte dazu, er verlasse sich auf die Dokumente.