Lilienfeld/Scheibbs/Österreich-weit. Im südlichen Niederösterreich ist am Dienstag in knapp 300 Haushalten der Strom ausgefallen. Die EVN war gemeinsam mit den Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz, um defekte Trafostationen vorübergehend mit Notstromaggregaten zu ersetzen, sagte EVN-Sprecher Stefan Zach. Betroffen waren die Bezirke Lilienfeld und Scheibbs. "Über Nacht ist es immer wieder zu kleineren Stromausfällen gekommen."

Von den rund 300 am Dienstagvormittag betroffenen Haushalten lagen an die 200 in der Region um Annaberg und Gscheid (Bezirk Lilienfeld), der Rest um den Grubberg in Gaming (Bezirk Scheibbs). Bis Mittag sollten die Haushalte wieder Strom haben, hieß es von der EVN. Die Reparaturarbeiten gestalteten sich schwierig. Zum Teil mussten Skidoos eingesetzt werden, um das Material zu den betroffenen Stellen zu bringen.

"Ein Problem ist der Schneedruck, der Bäume umknickt und Äste abreißt, die auf Stromleitungen fallen", schilderte der EVN-Sprecher. Auch der Wind sorgte für Probleme.

Von den nächtlichen Stromausfällen waren vor allem Streusiedlungen betroffen, der Schwerpunkt lag im südlichen Niederösterreich. In den meisten Fällen konnte die Versorgung durch Umschaltungen rasch wieder hergestellt werden, sagte Zach.

Weiter Stromausfälle im Mühlviertel und Straßensperren

Mit den erneuten Schneefällen ist es auch am Dienstag wieder zu Stromausfällen im Mühlviertel in Oberösterreich gekommen. Ebenso blieben zahlreiche Straßen und Pässe aufgrund der drohenden Lawinengefahr oder umgestürzter Bäume gesperrt. Eine Entschärfung der Situation war laut Wetterprognosen nicht in Sicht.

"Die Situation bleibt angespannt, der Schwerpunkt hat sich vom unteren Mühlviertel etwas nach Norden verschoben", hieß es vom Stromversorger Linz AG am Dienstag. Um 7.00 Uhr seien 1.600 Kunden ohne Strom gewesen, bis 8.30 Uhr nur mehr 27. Man arbeite mit Hochdruck, um die Stromversorgung wiederherzustellen, 50 Leute seien in dem Gebiet unterwegs. Derzeit sei vor allem der Bezirk Freistadt mit Windhaag, Sandl, Rainbach betroffen. "Wir sind in maximaler Bereitschaft, es herrscht viel Bewegung."

Wegen drohender Lawinen waren etliche Verkehrsverbindungen, auch zwischen den Bundesländern Oberösterreich und Steiermark, bis auf weiteres gesperrt. Nicht zu befahren waren am Dienstag der Pötschenpass sowie die Salzkammergut Straße (B145) zwischen Ebensee und Bad Ischl, die Pyhrnpass Straße (B138) zwischen Spital am Pyhrn und Liezen, die Straße zwischen Unterlaussa und Hengstpass, der Koppenpass zwischen Bad Aussee und Obertraun, der Hengstpass zwischen Windischgarsten und Altenmarkt sowie die Großalm Landesstraße (L544) zwischen Altmünster und Steinbach am Attersee.

Gefahr durch Schneebruch drohte auf Straßen im ganzen Land, ebenso waren viele Verbindungen wegen umgestürzter Bäume oder Aufräumarbeiten nach Unfällen nicht passierbar. Betroffen waren unter anderem die Hausruck Straße zwischen Ampflwang und Eberschwang im Innviertel, im Mühlviertel die Naarntal Landesstraße (L572) zwischen Bad Zell und Perg, die Rechbergstraße (L1426) vom Naarntal nach Rechberg sowie die Maria Bründl Straße (L1478) zwischen Gutau und St. Oswald (Bezirk Freistadt). Auf der Theninger Straße (B133) zwischen Straßham und Kirchberg-Thening (Bezirk Linz-Land) blieben zwei Lkw auf der glatten Fahrbahn hängen.