An steilen Grashängen seien unterhalb von rund 2.400 Metern vermehrt mittlere bis große Gleitschneelawinen zu erwarten, mit dem Regen unterhalb von rund 1.500 Metern vermehrt Gleitschneelawinen und nasse Rutsche. "Vorsorgliche Sperrungen von Verkehrswegen sind nötig. Sperrungen müssen beachtet und Sicherheitsanweisungen der Behörden befolgt werden", appellierte der Lawinenwarndienst an die Bevölkerung.

Weiter Anspannung in OÖ: Schnee wird immer schwerer

In Oberösterreich hat am Montag in den Bergen weiterhin Lawinenwarnstufe vier gegolten. Es wurde erwartet, dass die Situation angespannt bleibt und die Gefahr erst in einigen Tagen zurückgeht. In den mittleren und tiefen Höhenbereichen spitzte sich die Lage weiter zu, weil der Schnee durch Regen und mildere Temperaturen immer schwerer wurde.

Zahlreiche Verkehrsverbindungen blieben gesperrt, darunter die größeren Passstraßen - Pyhrnpass, Hengstpass und Koppenpass - wegen Lawinengefahr sowie etliche Verkehrsverbindungen im gesamten Bundesland, neben denen schneebedeckte Bäume umzustürzen drohten. Hallstatt und Obertraun waren erneut auf dem Straßenweg abgeschnitten und nur per Zug bzw. Schiff erreichbar. Auch die Straße zwischen den beiden Salzkammergut-Gemeinden (L547) wurde in der Früh wegen Lawinengefahr gesperrt. Gegen Mittag sollten die Lawinenkommissionen die Lage neu bewerten. Gosau blieb weiterhin nur von Salzburg aus erreichbar.

Rund 1.000 Feuerwehrleute standen am Montag im gesamten Bundesland im Einsatz, vor allem um Dächer vom durch den Regen immer schwerer werdenden Schnee zu befreien. Hauptarbeitsgebiete waren Gosau (Bezirk Gmunden) und Rosenau (Bezirk Kirchdorf). Aus den anderen Landesteilen wurden dorthin Feuerwehrleute entsandt um zu helfen.

Das Bundesheer, das am Wochenende bereits mit rund 400 Soldaten in Rosenau am Hengstpass, Edlbach, Ebensee und Gosau Dächer abgeschaufelt hatte, blieb weiterhin in der Region. Am Montag sollte die Assistenzkompanie in Ebensee sogar um rund 70 Mann verstärkt werden. Zudem stand am Plan, Gebäude in Spital am Pyhrn von der Schneelast zu befreien und auf der Wurzeralm ein Jugendheim freizuschaufeln.

Lage im Bundesland Salzburg spitzte sich wieder zu

Im Bundesland Salzburg hat sich die Wetterlage und Lawinengefahr in der Nacht auf Montag wie prognostiziert wieder zugespitzt. Rund 17.000 Menschen waren seit Sonntagabend wegen Straßensperren eingeschlossen. In Teilen des Landes stieg die Lawinengefahr auf die höchste Warnstufe 5, betroffen war dieses Mal der Bereich der Hohen Tauern. Schneefälle und starker Sturm verschärften die Lage.

Mehrere Lawinen gingen bereits in der Nacht ab, sie dürften aber keinen Personenschaden verursacht haben. So donnerte in Obertauern eine Lawine bis zum Seekarhaus, in Hintermuhr ging eine Lawine auf eine Gemeindestraße und eine Hofzufahrt ab, sagte Markus Kurcz, der Einsatzleiter des Landes, zur APA. Und laut Katastrophenreferent Norbert Altenhofer wurde auch aus Hintersee im Flachgau eine Lawine gemeldet, die ein Ausmaß von etwa 100 Metern Breite und drei bis vier Metern Höhe erreichte und auch Bäume und Sträucher mitriss.