Wien. Der Mann, der am 30. Dezember in Wien-Margareten eine Frau mit einer Eisenstange attackiert haben soll, hat in der Folgenacht laut Polizei noch ein weiteres weibliches Opfer angegriffen. Er soll im Bereich des Karlsplatzes mit einem Maurerhammer auf die Frau losgegangen sein, sie wurde schwer verletzt. Die 36-Jährige erlitt dabei eine Schädelfraktur. Der geständige Österreicher sitzt in U-Haft. Beide Frauen befinden sich weiterhin mit schwersten Verletzungen im Spital.

Beim ersten Überfall in Margareten attackierte der Verdächtige laut Polizei eine 25-Jährige mit einer Eisenstange. Die Ermittler kamen dem Mann auf die Spur, nachdem der 41-jährige österreichische Staatsbürger mit der gestohlenen Bankomatkarte einen Zigaretten-Automaten in der Nähe seiner Wohnung betätigt hatte.

Auch das zweite Opfer dürfte er nach einem Lokalbesuch in der Innenstadt
gestalkt und über den Karlsplatz hinweg zur Argentinierstraße verfolgt
haben. Dabei dürfte er sich "mehrfach genähert haben", sagte
Polizeisprecher Paul Eidenberger. Völlig unvermittelt habe er dann
seinem Opfer mit dem Hammer von hinten auf den Kopf geschlagen. Auch der
36-Jährigen soll er danach das Handy gestohlen haben. Die Frau erlitt eine Schädelfraktur, konnte aber noch selbst ins Krankenhaus fahren und kurz befragt werden. Der Mann hat bei seiner Vernehmung beide Taten gestanden.

Die 36-Jährige wurde kürzlich in häusliche Pflege entlassen, für eine
schriftliche Einvernahme ist ihr Gesundheitszustand Eidenberger zufolge
aber noch nicht gut genug. Das zweite Opfer liegt weiter mit schwersten
Kopfverletzungen im Spital. 

Von Blicken provoziert

Der Verdächtige war zuletzt in einer Wohngemeinschaft für ehemalige Häftlinge untergebracht. Er soll über mehrere Wochen hinweg immer wieder nächtliche Ausfahrten mit seinem Mountainbike unternommen haben, um in Kontakt mit Frauen zu kommen, die sich am Heimweg befanden. Bei seiner Einvernahme gab er an, er habe sich "nicht getraut, sie anzusprechen". Zudem sei er "von den Blicken der Frauen provoziert worden, dies hätte ihn aggressiv gemacht". Beide Opfer hatte er vor den Attacken über einen längeren Zeitraum verfolgt.

Die Polizei schließt nicht aus, dass der Mann noch weitere Delikte begangen haben könnte. Es könnten laut Polizeisprecher Paul Eidenberger auch weit weniger schwere Vorfälle gewesen sein, die vielleicht gar nicht angezeigt wurden. Aus diesem Grund ersuchte die Polizei auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Wien um die mediale Veröffentlichung des Lichtbildes des Tatverdächtigen. Opfer oder Auskunftspersonen, die über Informationen zu möglichen weiteren Straftaten des Abgebildeten verfügen, werden ersucht, sich an das Landeskriminalamt Wien, Außenstelle Mitte, unter der Telefonnummer 01-31310 DW 43800 zu wenden.

Die Staatsanwaltschaft Wien bestellte ein Gutachten, das die
Zurechnungsfähigkeit des Mannes zum Tatzeitpunkt beleuchten soll. Laut
seiner Anwältin Astrid Wagner macht der Verdächtige "keinen verwirrten
Eindruck". Aber man müsse natürlich das Gutachten abwarten. Wagner
zufolge dürften "Beziehungsprobleme" des Österreichers zu den
Gewaltausbrüchen geführt haben. Der 41-Jährige sitzt in U-Haft.