Wien. Der Gasverbrauch ist in Österreich im Vorjahr vor allem wegen des relativ wärmeren Winters gesunken, der Stromverbrauch legte leicht zu. Dies geht aus Daten der Energieregulierungsbehörde E-Control hervor. Die Stromproduktion sank, Rückgänge gab dabei sowohl bei den Wärmekraftwerken als auch in der Wasserkraft, bei der sich die Trockenheit in der zweiten Jahreshälfte auswirkte.

Die Gasabgabe an Endkunden - inklusive Kraftwerke und Industrie - sank um 4,7 Prozent auf 90.681 Gigawattstunden (GWh). Den größten Rückgang gab es im Jahresverlauf im vergleichsweise warmen Jänner 2018 mit minus 28,5 Prozent, den größten Zuwachs mit plus 26,4 Prozent im März, der kälter war als im Jahr davor. Höher war die Gasabgabe auch im Februar und Dezember. Die Witterung wirkt sich auch auf den Verbrauch in Gaskraftwerken aus, in denen gleichzeitig Wärme produziert wird. Die Erdgasproduktion sank in Österreich um 17,6 Prozent auf rund 11.100 GWh.

Der Stromverbrauch (ohne Pumpspeicherung) stieg laut vorläufigen Daten der E-Control leicht um 0,3 Prozent auf 71.342 GWh. Weniger Strom verbraucht wurde im Jänner (minus 5,9 Prozent) und im Februar (minus 1,4 Prozent). In allen anderen Monaten gab es Zuwächse.

Trockenheit wirkt sich negativ aus

Die Stromerzeugung sank um 3,7 Prozent auf rund 67.500 GWh. Dabei ging die Produktion aus Wasserkraft um 2,2 Prozent auf rund 37.700 GWh zurück. In den Laufkraftwerken an den Flüssen wurde im Gesamtjahr mit etwas über 24.000 GWh um 5,5 Prozent weniger elektrische Energie erzeugt, in den Speicherkraftwerken um rund 4,2 Prozent mehr. Nach einem kräftigen Plus zu Jahresbeginn wirkt sich die Trockenheit in der zweiten Jahreshälfte negativ aus. Die stärksten Zuwächse bei der Erzeugung in den Wasserkraftwerken insgesamt gab es im Jänner (plus 55,2 Prozent) und Februar (plus 47,3 Prozent), die stärksten Rückgänge von jeweils etwas mehr als einem Drittel im August und September. Die Stromproduktion in Wärmekraftwerken sank um 7,0 Prozent auf rund 17.600 GWh.

Die Strom-Nettoimporte seien um 37 Prozent auf rund 8.950 GWh gestiegen, so Johannes Mayer, Abteilungsleiter Volkswirtschaft in der E-Control, zur APA. Mit der Trockenheit im Sommer seien es auch zu höheren Nettoimporten gekommen, der Winter habe sich etwas mildernd ausgewirkt. Bis zu 10.000 GWh seien nicht unüblich, wenn die Kraftwerke in Österreich normal liefen. Physikalischen Importen von 28.000 GWh (minus 4,4 Prozent) standen den E-Control-Daten zufolge im Vorjahr physikalische Exporte von rund 19.130 GWh (minus 16,2 Prozent) gegenüber. Mehr als die Hälfte der Importe kamen aus Deutschland (rund 15.000 GWh), gefolgt von Tschechien (10.900 GWh). Die meisten physikalischen Stromexporte gingen in die Schweiz (rund 5.500 GWh). Dahinter lagen Slowenien und Deutschland mit je rund 4.000 GWh.