Profile im Gedenkzustand oder komplett gelöscht

Einige Soziale Netzwerke bieten im Fall der Fälle Hilfestellung an. Zum Beispiel kann man als Angehöriger ein Facebook- oder Instagram-Konto entfernen oder in den Gedenkzustand versetzen lassen. Vorzulegen ist dabei die Sterbeurkunde. Im Gedenkzustand wird neben dem Profil "In Erinnerung an . . ." angezeigt, und der Inhalt wie etwa Fotos bleibt erhalten, das Profil ist nur "eingefroren". Allerdings kann es nicht mehr bearbeitet werden, außer der Nutzer hat vorgesorgt und einen Nachlasskontakt ausgewählt, der sich nun im Gedenkzustand um das Konto kümmern kann.

"Konten im Gedenkzustand stellen für Freunde und Familienangehörige eine Möglichkeit dar, zusammenzukommen und Erinnerungen zu teilen, wenn eine Person verstorben ist", heißt es seitens Facebook. Eine weitere Möglichkeit ist die komplette Löschung des Kontos. Twitter, Snapchat oder WhatsApp bieten derzeit noch keine Möglichkeiten zur Verwaltung eines Profils im Todesfall.

Mittlerweile ist das Thema digitaler Nachlass auch auf dem analogen Markt angekommen, und Bestattungsunternehmen bieten bereits entsprechende Services an. So wirbt der Wiener Verein, der mit der Bestattung Wien ebenso wie mit privaten Bestattern kooperiert, damit, bis zu 150 führende Webanbieter nach Verträgen und Nutzerkonten zu durchforsten. Die Angehörigen müssen dazu weder Zugangsdaten noch Passwörter kennen.

Grundsätzlich gilt: Je konkreter zu Lebzeiten festgelegt wird, was dereinst mit dem digitalen Nachlass geschehen soll, desto selbstbestimmter ist das im digitalen Raum verbleibende Bild einer Person nach ihrem Ableben. Der erste Schritt der Vorsorge ist eine Bestandsaufnahme. Sich über den persönlichen digitalen Nachlass und sein digitales Ego Gedanken zu machen, muss nicht unbedingt mit einem akuten Anlass verbunden sein. Es ist durchaus sinnvoll, von Zeit zu Zeit seine Daten im Netz abzugleichen und zu überlegen, welche davon - sofern man es beeinflussen kann - gelöscht werden sollten.

Eine möglichst vollständige Liste mit allen Online-Mitgliedschaften, Profilen und sonstigen Online-Aktivitäten ist meistens schon die halbe Miete für den digitalen Nachlass. In dieser Liste, die am besten immer wieder aktualisiert wird, können auch Nicknames oder Zugangsdaten verzeichnet sein. Da diese Liste der Schlüssel zur privaten Online-Aktivität ist, sollte sie natürlich sicher und sorgsam verwahrt werden, am besten als physische Liste an einem auch anderen bekannten und zugänglichen Ort (Safe, Dokumentenmappe) oder überhaupt im Rahmen eines Testaments beim Notar hinterlegt. Dann können Verstorbene auch im World Wide Web in Frieden ruhen.