16.000 Bewohner von Roquebrune-sur-Argens mussten in Sicherheit gebracht werden, ehe das Feuer zurückgedrängt werden konnte. Am Dienstag kämpften 1.500 Feuerwehrleute an der Cote d'Azur weiter gegen die Flammen an, die seit Montagabend fast 8.000 Hektar Land zerstörten. 600 Mann Verstärkung wurden aus anderen Teilen Frankreichs und aus Italien erwartet.

Unterdessen mehrten sich die Hinweise auf Brandstiftung. Der Bürgermeister des von Flammen umzingelten Ortes Roquebrune-sur-Argens sprach im Rundfunk von einer "neuen Form des Terrorismus". An 28 verschiedenen Stellen sei Montag Abend Feuer ausgebrochen, sagte der Feuerwehrchef der Region. Keine Bestätigung fand die Behauptung des Bürgermeister des Küstenorts Frejus, dass bei der Brandbekämpfung Molotow-Cocktails gefunden wurden. Der französische Präsident Jacques Chirac drohte den Tätern besonders strenge Strafen an.

Bei den Opfern handelt es sich nach Angaben der Behörden um vier Touristen. Zwei am Montagabend gefundene Leichen wurden als zwei Britinnen identifiziert, die offenbar bei dem Versuch verbrannten, dem Feuer mit dem Auto zu entkommen. Eine Niederländerin erlag während des Transports in einem Rettungshubschrauber ihren Verbrennungen. Das vierte Opfer, ein Pole, kam unter zunächst unbekannten Umständen ums Leben.

In der Region um Sainte-Maxime wurden etwa 60 Häuser beschädigt oder zerstört, viele Gebäude gehören Touristen. Auch in der Nähe der Stadt La Garde-Freinet wurden mehrere Häuser zerstört.

Bei einem ebenfalls am Montag ausgebrochenen Waldbrand im Süden Korsikas wurde ein 48-jähriger von den Flammen erfasst. Er erlag in der Nacht zu Montag schweren Brandverletzungen.

Waldbrände in Portugal

Große Waldbrände haben in Mittelportugal hunderte Hektar Wald- und Buschland zerstört. Heftiger Wind trieb die Flammen über die Bergkämme der Serra do Aor hinweg. In der Stadt Castelo Branco nahe der spanischen Grenze fielen zeitweise die Stromversorgung und die Telefonverbindungen aus. Nach Angaben der Behörden waren die Brände vermutlich durch Brandstiftung ausgelöst worden.

Zwei Wetterzonen in Italien

Während in Norditalien Niederschläge und Hagelstürme schwere Schäden angerichtet haben, stöhnt der Süden weiterhin unter einer Hitzewelle. Dank des Regens der vergangenen Tagen ist der Wasserpegel des Flusses Po angestiegen. Das Stromkraftwerk von Ostiglia konnte den Betrieb wieder aufnehmen.

Von Sardinien und Sizilien wurden Temperaturen um die 40 Grad gemeldet. Wegen eines Brandes in Olbia (Sardinien) musste der Flughafen für eine Stunde gesperrt werden.