Die Zahl der Toten war zunächst mit acht angegeben worden. Erst nach der Rekonstruktion der zum Teil schwer verstümmelten Leichen konnte die genaue Zahl festgestellt werden.

Im Wesentlichen handelte es sich um zwei von einander unabhängige Unfallserien, beide ausgelöst durch äußerst dichten Nebel - die Sicht betrug zeitweise kaum zwei Meter. Der folgenschwerste Unfall mit zahlreichen Fahrzeugen ereignete sich im Bereich der so genannten Agerbrücke. Die Autolenker im dichten Frühverkehr wurden durch die plötzliche Nebelwand völlig überrascht, reihenweise fuhren sie aufeinander auf. "Es sah aus wie auf einem Autofriedhof, überall schrottreife Fahrzeuge", so ein Augenzeuge.

Für die Einsatzkräfte war es schwierig, sich einen Überblick zu verschaffen, wie viele Tote es gab und wie viele Verletzte geborgen werden mussten - der anhaltende Nebel hüllte alles ein. "Wir sahen nicht einmal, wo die Kolonne der kaputten Autos endete", so ein Feuerwehrmann. Auch die beiden eingesetzten Rettungshubschrauber konnten nicht am Unfallort, sondern nur in einiger Entfernung landen.

Einige Lenker hatten Glück im Unglück: Es gelang ihnen, aus ihren havarierten Fahrzeugen zu flüchten und sich über die Leitschienen in Sicherheit zu bringen, bevor es wieder "krachte". Einem betroffenen Autolenker stand noch der Schock im Gesicht: "Ich bin gerade über die Leitschiene gesprungen, da ist mein Auto erfasst und unter einen Lkw gedrückt worden, es blieb nur mehr ein Haufen Blech".

Info-Line für Angehörige

Das Rote Kreuz war mit rund 100 Mann und mehr als 30 Rettungsfahrzeugen im Einsatz, es wurde vor Ort auch eine "psychologische Erste-Hilfe-Station" eingerichtet, um die geschockten Autofahrer zu betreuen. Außerdem richtete das Rote Kreuz unter der Linzer Telefonnummer (0732) 7644-662 für besorgte Angehörige ein. Über die Identität der Toten war vorerst noch nichts Näheres bekannt. Laut ersten Angaben verbrannten zwei Menschen, nachdem ein Pkw, ein Lkw und ein Kleinlaster Feuer gefangen hatten.

Erst gegen 11 Uhr lichtete sich der Nebel, im hellen Sonnenschein wurde das gesamte Ausmaß der folgenschweren Karambolagen erkennbar. Die A 1 musste im Bereich der Unfallstellen für den gesamten Verkehr gesperrt werden. Gegen 20 Uhr konnten beide Richtungsfahrbahnen wieder freigegeben werden.

Schuldfrage schwer zu klären

Speziell nach Massenkarambolagen taucht immer wieder die Frage auf, wer den Schaden zahlt. Die Frage, wer Schuld hat, kann meist nur mühsam geklärt werden, so der ARBÖ. Die Beteiligten bekommen meist eine Teilschuld "aufgebrummt". "Die Chancen sind gering, nach Massenunfällen den gesamten Schaden ersetzt zu bekommen", so der ARBÖ.