In der Hälfte der 36 verkauften Häuser gebe es bei den neuen Eigentümern überhaupt nichts zu beanstanden, räumte David Ellensohn gestern ein. Viele Bauten seien jedoch weit unter dem Marktwert verkauft worden - jedes zweite Haus brachte nicht einmal 500.000 Euro Einnahmen. Diesen "dilettantischen Abverkauf" erklärt sich der Grüne dadurch, dass "Wiener Wohnen einfach kein Altbauverwerter" sei. Seiner Meinung nach liege sicher keine böse Absicht dahinter.

Ellensohn bemängelt vor allem, dass Häuser, die die Stadt Wien leicht selber günstig sanieren hätte können, einfach "zu billig verschleudert wurden". Das Haus Turnergasse 33 in Fünfhaus etwa sei nach 20 Jahren im Besitz der Stadt Wien mittlerweile abbruchreif.

Auch sei der Zuschlag teilweise an bekannte Immobilienspekulanten ergangen. Die Folge sind oft "freiwillige" Mietzinserhöhungen (bei privater Sanierung durch den Eigentümer) und ungerechtfertigte Räumungsklagen. Auch die SPÖ-nahe MIGRA GesmbH werde bevorzugt behandelt und müsse bei Wohnungsfreimachungen um 50 Prozent weniger zahlen als alle anderen Käufer.

Überhaupt seien die Mieter erst nach dem Verkauf "durch ein lapidares Schreiben" vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Ellensohn fordert daher zuerst Hausversammlungen in den Objekten, die ebenfalls verkauft werden sollen.

Ein weiteres Problem sei die lebenslange Garantie einer Gemeindewohnung "in gleicher Lage und mit gleicher Größe und gleichem Preis". Ellensohn: "Klar, dass man beim Umzug nicht genau dasselbe bekommen kann, weil wir auch viele Mieter haben, die seit 20 Jahren dasselbe zahlen." Die Wohnungsangebote lägen aber oft sehr weit von den versprochenen Werten entfernt.

Stadtrat Faymann weist die Vorwürfe der Grünen zurück. "Einschlägige Spekulanten" habe man als Käufer abgelehnt, es habe auch für die meisten Häuser Ausschreibungen im Amtsblatt der "Wiener Zeitung" gegeben. Verkauft sei an die Meistbietenden worden, so Faymann.