Wien. In Mitteleuropa nimmt die Feinstaubbelastung durch den Klimawandel bis 2050 ab, weil es mehr Niederschlag geben wird, der die Luft reinwäscht, erklärte die spanische Physikerin Patricia Tarin-Carrasco am Montag vor Journalisten bei der Generalversammlung der European Geosciences Union (EGU) in Wien. Dadurch reduziert sich etwa das Risiko für Lungenkrebserkrankungen in Österreich und Deutschland.
Mit Kollegen berechnete Tarin-Carrasco, die am Department für Physik der Universität Murcia (Spanien) forscht, ob die Feinstaubbelastung (durch "PM-2,5"-Feinstaub) durch den Klimawandel in West-, Mittel- und Osteuropa zu- oder abnehmen wird, und wie sich das jeweils auf die Gesundheit der Bevölkerung auswirkt. "PM2,5"-Feinstaub enthält 50 Prozent Teilchen mit einem Durchmesser kleiner-gleich 2,5 Mikrometern. Solch winzige Partikel können bis in die Lungenbläschen gelangen.
Während die Feinstaubbelastung durch den Klimawandel in mitteleuropäischen Ländern wie Österreich und Deutschland abnehmen wird, was dort für die Gesundheit der Bevölkerung förderlich ist, erwarten die Forscher in Süd-, Ost- und Westeuropa eine Zunahme. Vor allem in den großen Städten würden in diesen Regionen deshalb die Todesfälle durch Lungenkrebs, chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), koronale Herzkrankheit und Schlaganfall bis 2050 mehr werden.
Die Generalversammlung der EGU findet vom 7. bis 12. April in Wien statt. Laut Veranstalter referieren und diskutieren hier rund 15.000 Geo- und Sozialwissenschafter aus aller Welt neue Forschungsergebnisse etwa zu den Themen Klima, Atmosphäre, Plastik-Verschmutzung, Erdbeben, Vulkanismus, Überschwemmungen und präsentieren Fortschritte des europäischen Raumsondenprojekts "ExoMars" (apa).