Wien. (apa/kle) Die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die Marchfeld-Schnellstraße (S8), eines der wichtigsten Straßenbauprojekte in Niederösterreich, ist positiv abgeschlossen worden. Wie Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) am Mittwoch mitteilte, wurde der entsprechende Bescheid ausgefertigt und den Beteiligten übermittelt. Das UVP-Verfahren hatte 2011 begonnen.

"Nach jahrelangen Verhandlungen und Prüfung aller relevanten Parameter" konnte das Verkehrsministerium "mit dem positiven UVP-Bescheid nun grünes Licht für die Verbesserung der Lebensqualität und die leistungsfähige Anbindung des Marchfeldes geben", hielt Hofer in einer Aussendung fest. "Die 14,4 Kilometer lange Schnellstraße erschließt die Region Marchfeld optimal und entlastet die 18.000 Anrainer wirksam vom Verkehr."

"Hochrangige Verbindung"

Mit der Errichtung der S8 zwischen dem Knoten S1/S8 und der Staatsgrenze bei Marchegg (Bezirk Gänserndorf) werde "eine hochrangige Verbindung der Städte Wien und Bratislava sowie deren Einzugsbereichen hergestellt", hieß es weiter. Zudem könne damit der "Regionenring" rund um Wien durch die Verbindung mit der Wiener Außenring-Schnellstraße (S1) fertiggestellt werden.

Nach Angaben der staatlichen Autobahngesellschaft Asfinag sind für die S8 Investitionen von 310 Millionen Euro veranschlagt. Derzeit angestrebter Baubeginn ist laut Asfinag 2021, die Fertigstellung sollte dann 2023 erfolgen.

"Mit dem positiven Bescheid haben wir bei der S8 einen wesentlichen Projektmeilenstein erreicht", sagte Alexander Walcher, Geschäftsführer der Asfinag Bau Management GmbH. In einem nächsten Schritt "reicht die Asfinag in den kommenden Monaten zu den Wasserrechts- und Naturschutzverfahren ein".

"Virus" kündigt Beschwerde an

NÖ-Landesrat Ludwig Schleritzko (ÖVP) begrüßte den positiven Bescheid. Gemeinsam mit Gänserndorfs Bürgermeister Rene Lobner (ÖVP) sprach Schleritzko von einem "Aufatmen für die gesamte Region". Lob kam auch von der SPÖ Niederösterreich: Mit der S8 werde der Schwerverkehr "aus den Ortszentren" verdrängt, außerdem sei die S8 für die ansässigen Wirtschaftsbetriebe von "großer Bedeutung". Die Umweltorganisation "Virus" kündigte indes eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht an. "Ich habe bereits begonnen, die Beschwerde zu entwerfen", sagte Sprecher Wolfgang Rehm. "Aufgrund der letzten Akteineinsicht war klar, dass sich das Verkehrsministerium nicht mit dem offenen Sachverhalt auseinandersetzen will."