Wien. Während die Sommer immer heißer und die Böden immer trockener werden, wird es in vielen Haushalten und Büros in Österreich immer kühler. Klimaanlagen sind so gefragt wie nie. Sie blasen kühle Luft aus ihrem Inneren und machen Arbeiten, Schlafen und Wohnen zumindest kurzfristig erträglicher.

"Seit der Hitzewelle im Sommer 2015 steigt die Nachfrage stetig. Vor allem, wenn die Temperatur wie in den letzten Wochen auf über 30 Grad steigt. Da bekommen wir extrem viele Anrufe und E-Mails", sagt Herbert Taus. Er ist Geschäftsführer eines Klimatechnik-Unternehmens in Wien. "Die Auswahl an Klimaanlagen reicht mittlerweile von ganz günstig bis hin zu teuren Premium-Modellen mit vielen Zusatzfunktionen. Da ist für Personen aus allen Schichten etwas dabei. Dementsprechend viel wird gekauft."

Die Beliebtheit macht sich am Stromverbrauch bemerkbar. Laut Wien Energie liegt der tägliche Stromverbrauch in Wien an Tagen mit über 32 Grad bei 33.000 Megawattstunden. Das sind um 2000 mehr, als an Tagen mit 25 Grad. Um den Energiebedarf zu decken, kommen dann auch vermehrt Gaskraftwerke zum Einsatz. Insgesamt werde im Sommer aber um 15 Prozent weniger Strom verbraucht als im Winter. Das liege vor allem daran, dass mehr Menschen im Urlaub seien.

Ähnlich, aber trotzdem anders ist die Situation in Niederösterreich. "Wir registrieren zwar seit einigen Jahren, dass die Mehrheit unserer Kunden eine Klimaanlage in ihre Häuser einbaut. Wir merken davon aber nichts am Stromverbrauch", heißt es vonseiten der EVN. "Das dürfte auf die zunehmende Zahl an Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern zurückzuführen sein."

Energieeffizienz und die richtige Verwendung

Wie viel Strom eine Klimaanlage braucht, hängt nicht nur von der Energieeffizienz ab. Auch, wie das Gerät verwendet wird, spielt eine wichtige Rolle. "Es macht keinen Sinn, einen Raum um 16 Grad hinunter zu kühlen. Das ist extrem belastend für den Kreislauf und verbraucht unnötig viel Strom. Die Zieltemperatur sollte bei 25 bis 26 Grad liegen", erklärt Taus. Ältere Personen und Kinder würden hohe Temperaturunterschiede ganz besonders spüren. Eine Klimaanlage sollte also nicht den ganzen Tag auf voller Leistung laufen. Die meisten modernen Klimaanlagen regeln sich bereits automatisch. Ältere Modelle kennen nur die Modi "Ein" oder "Aus" kennen.

Ein weiteres Problem seien die Kältemittel, die derzeit in Klimaanlagen verwendet werden, erklärt Taus. Ein Kilogramm des Kältemittels "R410A" belastet die Erdatmosphäre so sehr wie 2000 Kilogramm CO2. "Der Schwerpunkt der zukünftigen Entwicklung liegt deshalb darauf, ein umweltfreundlicheres Mittel zu finden. Wir verwenden bereits ein neues mit dem Namen R32. Das ist nicht mehr ganz so umweltschädlich. Es gibt auch Ansätze für noch umweltfreundlichere Mittel. Das Problem bei denen ist nur, dass diese entweder brennbar oder giftig sind", sagt Taus.