Anderer Faktoren sind Masse und Dämmung. Je massiver ein Gebäude ist, desto weniger schwankt die Temperatur. Architekt Thomas Hoppe erklärt diesen Effekt anhand eines Gründerzeithauses. "Wenn Sie in Wien das Erdgeschoß eines Altbaus betreten, ist es dort selbst im Hochsommer angenehm kühl. Das liegt daran, dass diese Häuser extrem massiv gebaut sind. Dadurch ändert sich die Temperatur nur sehr langsam."

Pflanzen tragen zur Kühlung der Stadt bei

Nicht nur die Bauweise, sondern auch die Umgebung beeinflusst, wie sehr sich ein Gebäude aufheizt. "Wenn ein Wohnhaus vor einer Grünfläche steht, dann heizt es sich nicht so stark auf wie an einer Straße. Das liegt daran, dass die Pflanzen kühlen. Sie geben die auftreffende Wärme nicht an die Umgebung ab. Gleichzeitig verdunstet über die Blätter Wasser. Das trägt zur Kühlung der Stadt bei", sagt Korjenic. Außerdem könnten Straßen durch richtige Stadtplanung mit Frischluftschneisen belüftet werden. Die Stadt Wien sei an vielen Orten auf diese Weise geplant.

Künftig dürften laut Korjenic nicht mehr einzelne Bauwerke betrachtet werden, sondern die Wechselwirkung zwischen Gebäuden, Umwelt und Gesellschaft. "Während wir uns früher auf den Winter konzentriert haben, geht es jetzt um die Kühlung im Sommer. Wenn wir richtig planen, dann brauchen wir in Zukunft auch nicht sehr viel mehr Energie", meint sie. Dafür müsse man allerdings investieren.