Auch in Mittersill (Pinzgau) wurde der Hochwasserschutz aufgebaut. Die neuen Hubbrücke - die eigens für den Fall von Hochwasser errichtet wurde, um gefährliche Verklausungen zu vermeiden - musste heute aber nicht aktiviert werden. Allerdings wurde wegen der erhöhten Pegelstände ein Abschnitt der Pinzgauer Lokalbahn still gelegt und ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Nach einem Erdrutsch weiter nicht passierbar war die Postalmstraße zwischen Abtenau und Strobl. Entwarnung gab es hingegen bei einem weiteren "Nadelöhr": Eine in der Nacht abgegangene Schlammlawine im "Kleinen Deutschen Eck" konnte bereits am Vormittag wieder weggeräumt werden.

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Feuerwehreinsätze nach Starkregen im Tiroler Unterland

Starkregen hat in der Nacht auf Montag im Tiroler Bezirk Kufstein zu mehreren Feuerwehreinsätzen geführt. In der Gemeinde Niederndorf traten Bäche über die Ufer, mehrere Keller und Straßen wurden überflutet. Ein Wohngebiet drohte überschwemmt zu werden.

Gegen 2.00 Uhr habe sich die Situation im Bereich des Wohngebietes dramatisch zugespitzt, sagte Feuerwehrkommandant Martin Kitzbichler dem ORF Tirol. Sirenenalarm wurde ausgegeben.

Mit Sandsäcken und Pumpen konnte das Wohngebiet schließlich geschützt werden. Die Pegel mehrerer Bäche blieben Montagfrüh aber weiter hoch.

Versicherer: Unwetter immer häufiger und intensiver

Kräftige Unwetter haben heuer in einigen Bundesländern teilweise grobe Schäden angerichtet, meldeten Versicherer am Montag. Während zu Beginn des Jahres hauptsächlich intensive Schneefälle Probleme verursachten, waren es zuletzt vor allem Starkregen, Überschwemmungen, Stürme und Hagel. Intensität und Häufigkeit von Unwettern nähmen zu, hieß es.

"Die Unwetter werden immer häufiger und heftiger - mit der Folge, dass die Schadenssummen kräftig ansteigen. Aktuell liegen die Schäden durch Naturkatastrophen bei mehr als 30 Millionen Euro. Insgesamt wurden österreichweit über 15.000 Schäden gemeldet", so Wiener Städtische-Vorstandsdirektorin Doris Wendler.

In Vorarlberg und Tirol hatte man heuer laut Wiener Städtische besonders mit Überflutungen zu kämpfen, in Kärnten und der Steiermark bereiteten Hagelstürme die größten Schwierigkeiten, Salzburg, Nieder- und Oberösterreich waren vor allem mit Vermurungen und Stürmen konfrontiert. Allein die Schäden durch Schneedruck bezifferte die Wiener Städtische heuer mit 11 Millionen Euro. Insgesamt sei in den vergangen zehn Jahren durch Unwetter ein Schaden von fast 800 Millionen Euro entstanden.

Auch die Allianz Versicherung berichtete von immer häufigeren und intensiveren Unwettern. Aufgrund der geografischen Lage bleibe in Österreich kein Bundesland von Naturkatastrophen und -schäden verschont. Zu den heurigen Unwettern und daraus entstandenen Schäden könne man derzeit jedoch noch keine valide Einschätzung geben, hieß es von der Allianz auf APA-Anfrage.

Bei der UNIQA beliefen sich die Unwetterschäden bis Juni 2019 auf rund 43 Millionen Euro, davon entfielen 27 Millionen auf Schäden in Folge von Schneedruck, betroffen waren hier besonders Salzburg, Kärnten und die Steiermark.(apa)