Unter der derzeitigen Übergangsregierung stehe die politische Entscheidung dazu nicht auf dem Programm. In diesem Zusammenhang wären zudem organisatorische und finanzielle Fragen zu klären und zu bewerten, "deren praktische Bedeutung nicht zu unterschätzen ist", so das Justizministerium.

"In der Sprache der Nation vorgetragen"

Doch zurück ins 18. Jahrhundert: Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten trat im Jahr 1794 in Kraft. Es enthält eine rechtliche Gesamtordnung des preußischen Staates. Im Publikationspatent von 1791 hatte es dazu geheißen, "daß das Ganze in einer zusammenhängenden Ordnung, in der Sprache der Nation und dergestalt allgemeinverständlich vorgetragen werde, daß ein jeder Einwohner des Staats, dessen natürliche Fähigkeiten durch Erziehung nur einigermaßen ausgebildet sind, die Gesetze, nach welchen er seine Handlungen einrichten und beurteilen lassen soll, selbst lesen, verstehen und in vorkommenden Fällen sich nach den Vorschriften derselben gehörig achten könne".