Lienz. Aufgrund der anhaltenden Schneefälle sind am Freitagabend zahlreiche Landesstraße in Osttirol vorsorglich aus Sicherheitsgründen gesperrt worden - darunter die Drautalstraße (B100) zwischen Arnbach und Leisach sowie die Felbertauernstraße zwischen Matrei und Mittersill. Zudem waren in 15 Gemeinden weiterhin rund 4500 Haushalte ohne Strom, teilte das Land mit.

Gruben - Tauerntal, Sillian bis Anras, das Villgratental und das Gailtal in Kärnten waren von den Stromausfällen betroffen. "Aufgrund der jetzigen Dunkelheit und der vorherrschenden Bedingungen werden Reparaturarbeiten erst morgen (Samstag, Anm.) mit Tagesanbruch und umgehend dann, wenn es die Wetter- und Lawinensituation zulassen, durchgeführt", erklärte Bezirkshauptfrau Olga Reisner.

Lawinenwarnung ausgegeben

Die intensiven Schneeniederschläge in Kombination mit starkem Wind führten auch zu einem Anstieg der Lawinengefahr. Für Samstag wurde für Osttirol und entlang des Alpenhauptkammes von den Experten Lawinenwarnstufe 4 der fünfteiligen Skala ausgegeben. "Oberhalb von 2000 Meter verzeichnen wir ergiebigen Neuschnee, was in Kombination mit den starken Winden die Lawinengefahr steigen lässt", sagte Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes Tirol. Unterhalb sei es der Neuschnee, der auf dem nicht gefrorenen Boden aufliegt und die Gefahr für Gleitschneelawinen erhöht.

Vom Aufenthalt abseits der gesicherten Pisten wurde dringend abgeraten. Auch beim Aufenthalt im Wald bzw. im Freien sei Vorsicht geboten, denn aufgrund des schweren Nassschnees herrsche Baumbruchgefahr. Am Samstag rechneten die Experten mit einer kurzen Verschnaufpause, bevor laut den derzeitigen Modellen am Sonntag die Schneefälle erneut einsetzen. Zur Unterstützung und für Erkundungsflüge für die Lawinenkommission sollen am Samstag neben dem Landeshubschrauber auch zwei Helikopter des Bundesheeres in Osttirol zur Verfügung stehen.

Von Autofahrten abgeraten

In Südtirol waren indes am Freitagabend 7600 Haushalte ohne Strom. Das Gadertal, das Schnalstal und Martelltal, das Mühlwalder Tal und das Raintal waren nicht erreichbar. Die Straße von Kaltenbrunn nach Truden war ebenso gesperrt, wie die Pustertaler Straße ab Winnebach. Rund 300 Einsätze mussten 115 Freiwillige Feuerwehren in den vergangenen zwölf Stunden abwickeln, teilte das Land Südtirol mit.

Der Südtiroler Bevölkerung wurde dringend abgeraten Autofahrten zu unternehmen. In jenen Ortschaften, in denen der Strom und die Telefonnetze ausgefallen waren, wurden die Feuerwehrhallen besetzt. Am Nachmittag musste die Feuerwehr Bozen 48 Kinder und Lehrer, die auf einer gefährlichen Straße festsaßen, von einer Schule in Kohlern nach Bozen eskortieren. Bei einem Unfall mit einem Tanklöschfahrzeug der Feuerwehr Albions wurden zudem zwei Feuerwehrleute verletzt.