Die starken Niederschläge am Sonntag sorgten vor allem in Oberkärnten und in Osttirol, stellenweise auch im südlichen Salzburg sowie in Nordtirol für erhebliche Probleme, hier galten laut ZAMG weiterhin rote und orange Wetterwarnungen. Positive Nachrichten gab es für Lavamünd, die Hochwasserwelle dürfte geringer ausfallen als ursprünglich vorhergesagt

Die Prognosen für Lavamünd (Bezirk Wolfsberg) haben sich verbessert, teilte der Katastrophenschutzreferent Daniel Fellner nach der Sitzung des Landeskrisenstabes am Samstag mit. Mit einer maximalen Absenkung der Staubecken versuchte man, so viel Wasser wie möglich vorab abzufangen. Die für die Nachtstunden angekündigte Hochwasserwelle dürfte geringer ausfallen, als befürchtet. "Es ist jetzt von einem zehn- bis 30-jährigen Hochwasser (HQ 10 - HQ 30; Anm.) auszugehen", konkretisierte der Kärntner Katastrophenschutzbeauftragte Markus Hudobnik gegenüber der APA.

Aufgrund der bisherigen und für den Samstag vorhergesagten Niederschläge seien die Abflussmengen neu berechnet worden und zeichneten nun ein etwas günstigeres Bild: Anstatt eines prognostizierten Spitzenabflusses von 1.900 Kubikmetern pro Sekunde werden jetzt Werte von 1.600 (plus/minus 250) Kubikmeter pro Sekunde erwartet. Das sei weniger als bei den großen Hochwasserereignissen im Vorjahr (prognostizierte 2.900 und 2.700 Kubikmeter pro Sekunde). Große Mengen des angekündigte Wassers sollen in den zuvor großzügig abgesenkten Stauseen abgefangen werden.

So wurde laut Verbund - der entlang der Drau zehn Kraftwerke betreibt - in den vergangenen 24 Stunden der größte Stausee an der Drau, der Völkermarkter Stausee, bis Samstagmittag um 4,5 Meter unter das Normalniveau abgesenkt. "Die für die Nachtstunden angekündigte Hochwasserwelle soll im entleerten Stausee aufgefangen werden", sagte Verbund-Sprecher Robert Zechner. Bereits am Freitag habe man auch die Pegel bei den Stauseen Rosegg/St.Jakob und Feistritz-Ludmannsdorf 2,5 Meter unter das Normalniveau abgesenkt.

Im Völkermarkter Stausee wurde mit der Absenkung der technisch mögliche Maximalwert erreicht. Nachdem große Flächen des Stausees derzeit freiliegen, wurde vonseiten des Verbunds eindringlich vor einem Betreten gewarnt: "Obwohl mit dem Eintreffen der Hochwasserwelle erst in den Nachtstunden zu rechnen ist, kann sich der Wasserstand im flachen Uferbereich aufgrund der Wasserführung der Drau in kürzester Zeit erhöhen", warnte Zechner. An den Uferbegleitdämmen beim Stausee fanden seit 3.00 Uhr laufend Kontrollbegehungen mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren des Bezirks Völkermarkt statt.