Wenn man es nicht rauchen darf, dann muss man das Nikotin eben kauen, lutschen - oder unter die Oberlippe schieben. "Skruf Super White" ist eines der Nikotin-Ersatzprodukte, die mit dem Rauchverbot in der Gastronomie, das am 1. November in Kraft getreten ist, neu auf dem Markt auftauchen. Eigentlich ist es nur ein neu verpacktes Konzept des schon etwas länger verkauften Ersatzproduktes "Faro":  Beide sind Nikotinsäckchen, werden wie gesagt unter die Oberlippe geschoben, in Dosen um rund fünf Euro verkauft - und sind tabakfrei.

Die Nikotinsäckchen, die in Dosen verkauft werden, werden unter die Oberlippe geschoben. - © flickr.com/Andreas Hagerman/Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)
Die Nikotinsäckchen, die in Dosen verkauft werden, werden unter die Oberlippe geschoben. - © flickr.com/Andreas Hagerman/Attribution 2.0 Generic (CC BY 2.0)

Damit unterscheiden sie sich von "Snus", das ausschließlich in Schweden gehandelt werden darf. Denn "Snus" enthält Tabak. Bezüglich Anwendungsart, Geruch und Geschmack ähneln die Produkte einander jedoch sehr. "Skruf" schmeckt zum Beispiel nach Minze, Rhabarber oder Johannisbeere. Nach 20 Minuten unter der Oberlippe kann man das Nikotinsäckchen entsorgen.

"Das Rauchverbot wird uns einiges kosten"

Für Josef Prirschl, Trafikanten-Obmann in der Wirtschaftskammer Österreich, sind allerdings die tabakfreien Ersatzprodukte gefährlicher - zumindest, was das Tabakmonopol betrifft. Denn nicht nur die Gastronomie, die laut Peter Dobcak von der Wiener Wirtschaftskammer über Umsatzeinbußen von bis zu 15 Prozent klagt, befürchtet Verluste. "Das Rauchverbot wird auch uns einiges kosten, wir rechnen mit einem Minus zwischen drei und fünf Prozent", sagt Prirschl im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Die tabakfreien Ersatzprodukte, die derzeit nicht nur in Trafiken, sondern auch in anderen Geschäften verkauft werden dürfen, möchte er daher unter das Tabakmonopol stellen. "Mir wäre wirklich wichtig, dass alle im Tabakmonopol abgebildet werden", so Prirschl.

Hannes Hofer, Geschäftsführer der Monopolverwaltung, ist freilich derselben Ansicht. Denn: "Trafiken sind der kontrollierte, verlässliche Vertriebskanal für sensible Genussmittel", sagt er. Deshalb sei es auch aus gesundheitspolitischer Sicht wichtig, dass die Nikotin-Ersatzprodukte nicht in jedem Supermarktregal zu finden seien, meint Hofer, der dieses "Anliegen der Trafikanten" an die neue Regierung richtet.

Nicht vom Werbeverbot erfasst

Den Nikotin-Ersatzprodukten sind aber nicht nur ihre kreativen Namen gemein, sondern auch, dass sie sich damit rühmen, "anders" zu sein. "Skruf" zum Beispiel sei nicht im Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz geregelt und somit auch nicht vom Werbeverbot erfasst, heißt es auf der Homepage. Es bestehe aus glutenfreien Pflanzenfasern und enthalte keine tierischen Produkte.

Der Verkauf einer weiteren Alternative, des Kautabaks, ist in Österreich übrigens genauso wie "Snus" verboten. Dieses Verbot wurde sogar vom Höchstgericht bestätigt, unter anderem deshalb, weil die Alterskontrolle schwierig einhaltbar sei, so die Argumentation. Produkte wie "Skruf" oder "Faro" könnten die Antwort sein.