Der neue Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt heißt Josef Marketz. Vergangene Woche waren diesbezügliche Gerüchte aufgetaucht (die "Wiener Zeitung" berichtete darüber), am Dienstag machte der Vatikan es in seinem täglichen Bulletin offiziell: Der 64-jährige Kärntner Slowene wird die Geschicke der Diözese lenken, die Sedisvakanz seit dem Wechsel von Bischof Alois Schwarz nach St. Pölten vor eineinhalb Jahren findet damit ihr Ende.

Der Name des derzeitigen Caritas-Direktors war immer wieder kolportiert worden, ebenso wie jener des Vorarlberger Bischofs Benno Elbs. Dieser war Teil des päpstlichen Visitationsteams rund um Erzbischof Franz Lackner gewesen, das von Papst Franziskus nach Kärnten geschickt worden war, um die Ära Schwarz zu untersuchen. Der Visitationsbericht wurde nach Rom geschickt, bis dato gab es dazu aber noch keine Stellungnahme, zumindest keine öffentliche.

Diakon in Ecuador

Josef Marketz wurde am 30. Juli 1955 in St. Philippen ob Sonnegg/St. Lips in der Gemeinde Sittersdorf/Zitara vas (Bezirk Völkermarkt) geboren. Er besuchte das kirchliche Gymnasium in Tanzenberg, wo er 1975 die Matura ablegte. Nach dem Theologiestudium in Salzburg und Laibach wirkte Marketz ein Jahr als Diakon in Ecuador in Südamerika, 1982 wurde er in Klagenfurt zum Priester geweiht.

In Interviews erzählte er, seine Motivation, Priester zu werden, sei eindeutig eine soziale. Nicht, "um der große Glaubensverkünder zu sein, sondern um für die Menschen da zu sein", sei er Priester geworden. Er hatte zuvor gezweifelt, war aus dem Priesterseminar ausgetreten und für ein halbes Jahr nach Indien gegangen. Die bittere Armut dort gab den Ausschlag, seinen Ausstieg zu revidieren.

Zehn Jahre später übernahm er die slowenische Abteilung des Seelsorgeamts, 1994 wurde er zusätzlich Pfarrer von Radsberg/Radise in der Gemeinde Ebenthal bei Klagenfurt. 2009 wurde er Direktor des Bischöflichen Seelsorgeamtes und zum Bischofsvikar für Seelsorge, Mission und Evangelisierung ernannt. Zudem fungierte er als Herausgeber der Kirchenzeitungen "Sonntag" und "Nedelja".

Harsche Kritik an der EU

Im September 2014 folgte er Viktor Omelko als Direktor der Kärntner Caritas nach. Damit verbunden wurde er auch Bischofsvikar für die Caritas und für soziale Dienste. Er ist auch Diözesan-Koordinator für Asylfragen. 2015 übte Marketz harsche Kritik an der EU und forderte einen humanen Umgang mit Flüchtlingen ein. Er organisierte auch Quartiere für Asylsuchende in Pfarrhöfen und Privathäusern.

Marketz gilt als umgänglich, kleidet sich eher leger und kommt leicht mit Menschen ins Gespräch. Allerdings hat er auch Managementqualitäten und kann durchaus Härte zeigen, wie Mitarbeiter der Caritas berichten. In den massiven kircheninternen Auseinandersetzungen um den nach St. Pölten versetzten Bischof Alois Schwarz hat sich Marketz öffentlich nicht positioniert. (apa)